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Schaulaufen gegen Teddybären

Mit 70 Jahren will Ex-Premier Alain Juppé der konservative Präsidentschaftskandidat werden. In einer Stichwahl gegen den Front National wäre er für Linke ein kleineres Übel als Sarkozy.

Er hat grosse Pläne: Der frühere französische Premierminister Alain Juppé. Foto: Regis Duvignau (Reuters)
Er hat grosse Pläne: Der frühere französische Premierminister Alain Juppé. Foto: Regis Duvignau (Reuters)

«Mein Ehrgeiz ist es, die Franzosen mit ihrem Staat zu versöhnen.» In diesem Satz lässt sich das Wahlprogramm von Alain Juppé zusammenfassen. Der konservative Juppé, seit Jahren Bürgermeister von Bordeaux, hat im August angekündigt, 2017 zur Präsidentschaftswahl antreten zu wollen. Seither bringt er sich in Stellung. In Frankreich kann man das tun, indem man Bücher schreibt. Im Herbst kam er mit einem Opus über Erziehung und Schulsystem heraus, jetzt folgt eines über den Staat. «Un état fort» lautet der Titel des Buches, das diese Woche – pünktlich zum Jahrestag des Attentats auf «Charlie Hebdo» – mit grossem Mediengetrommel erschienen ist. Und wie der Titel nahelegt, handelt es sich um ein Plädoyer für den starken Staat. Juppé, der bislang als versöhnlicher Konservativer innerhalb seiner Partei der Republikaner, ehemals UMP, galt, positioniert sich damit deutlich weiter rechts als bisher, kurz vor seinem Konkurrenten Nicolas Sarkozy, dessen Strategie gegen den Front National (FN) ist, möglichst genauso populistisch daherzukommen. Rechts, links? Das seien alles überholte Kategorien, findet Juppé. «Ich bin ein Gaullist», entgegnet er denen, die über seinen politischen Wandel staunen.

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