Schlepperei ist profitabler als Drogenhandel

Mit Menschenhandel wird weltweit mehr Geld gemacht als mit illegalen Drogen und Waffen. Zu diesem Schluss kommt die EU-Grenzschutzagentur Frontex.

Im Kofferraum durch Ungarn: Menschenhändler knöpfen Flüchtlingen für den Transport viel Geld ab. (3. September 2015)

Im Kofferraum durch Ungarn: Menschenhändler knöpfen Flüchtlingen für den Transport viel Geld ab. (3. September 2015) Bild: Zoltan Gergely Kelemen/Keystone

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Die Profite, die kriminelle Banden mit Menschenhandel machen, sind höher als jene, die durch illegalen Waffen- oder Drogenhandel erreicht werden. Dies berichtete die EU-Grenzschutzagentur Frontex.

Menschenhandel sei derzeit das weltweit rentabelste illegale Geschäft, zitierten italienische Medien am Sonntag Frontex-Sprecherin Izabella Cooper. Die Schlepper würden immer häufiger auf soziale Netzwerke wie Facebook zurückgreifen, um ihre «Dienstleistungen» anzubieten, Preise zu verhandeln und die Reisen für die Migranten zu organisieren.

Europol plant Einheit in Piräus

Laut der europäischen Polizeibehörde Europol sind über 30'000 Menschenhändler in Europa im Einsatz. «Der Kampf gegen den Menschenhandel ist eine absolute Priorität, nicht nur für Europol, sondern für alle EU-Länder», betonte der Leiter für die im Kampf gegen das organisierte Verbrechen eingesetzte Europol-Einheit Robert Crepinko.

Europol plant die Einrichtung einer Einheit am griechischen Hafen von Piräus, um den Menschenhandel über die Türkei aktiver zu bekämpfen. (mlr/sda)

Erstellt: 06.09.2015, 13:33 Uhr

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