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«Schon mit uns Türken war es nicht einfach»

Die Deutsch-Türkin Bilkay Öney war Ministerin für Integration. Sie warnt vor Illusionen. Wer Probleme mit der Einwanderung schönrede, habe schon verloren.

Eine «Rock-’n’-Roll-Muslimin»: Bilkay Öney warnt vor den Folgen der grossen Einwanderung. Foto: Sven Simon (Imago)
Eine «Rock-’n’-Roll-Muslimin»: Bilkay Öney warnt vor den Folgen der grossen Einwanderung. Foto: Sven Simon (Imago)

Bilkay Öney hat viele Leben, aber vor allem ist sie Berlinerin. Die Stadt ist laut und dreckig, charmant und wild, schnoddrig und kreativ, und Öney steht ihr ausgezeichnet zu Gesicht. Wenn sie ihre dunkle Mähne in ein bekanntes Strassencafé am Kurfürstendamm trägt, fallen gute Laune, Grandezza und Temperament gleich auf. Sie hat sich selber mal eine Rock-’n’-Roll-Muslimin genannt, aber nie einen Zweifel daran gelassen, dass ihr Musik und Lebensgefühl wichtiger sind als Religion. Im Gespräch ist die 46-Jährige witzig und klug, widerspricht mit Lust, prahlt ungeniert – und denkt im übernächsten Satz nachdenklich ins Vage. Sie strahlt als Mensch diebstahlsichere Zuversicht aus, dennoch prägt sich von dem langen Gespräch darüber, wie Deutschland all diese Menschen integrieren kann, die letztes Jahr zwischen Bodensee und Pommerscher Bucht Zuflucht gefunden haben, am Ende vor allem ein Satz ein: «Das wird aber schwer.»

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