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Schonungslose Analyse eines Baudebakels

Der Abschlussbericht zum Bau der Elbphilharmonie in Hamburg kommt zu einem vernichtenden Urteil. Auch die Schweizer Architekten Herzog & de Meuron kommen schlecht weg.

Ewige Baustelle: An der Elbphilharmonie in Hamburg wird noch lange gebaut. (14. Februar 2013)
Ewige Baustelle: An der Elbphilharmonie in Hamburg wird noch lange gebaut. (14. Februar 2013)
Keystone
Vor 2017 ertönt hier keine Musik: Ein Bauarbeiter läuft durch die zukünftige Konzerthalle der Elbphilharmonie in Hamburg. (1. März 2013)
Vor 2017 ertönt hier keine Musik: Ein Bauarbeiter läuft durch die zukünftige Konzerthalle der Elbphilharmonie in Hamburg. (1. März 2013)
Axek Heimken, Keystone
Wann wird er mit der Arbeit beginnen können? Christoph Lieben-Seutter, der zukünftige Intendant und künstlerische Leiter der Elbphilharmonie.
Wann wird er mit der Arbeit beginnen können? Christoph Lieben-Seutter, der zukünftige Intendant und künstlerische Leiter der Elbphilharmonie.
Keystone
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Unfertige Pläne, überforderte Politiker und ein Chaos auf der Baustelle sind schuld am Elbphilharmonie-Debakel in Hamburg. Das geht aus dem Abschlussbericht hervor, der nun verabschiedet wurde.

Analyse einer fatalen Ereigniskette: Mit seinem Abschlussbericht hat der Parlamentarische Untersuchungsausschuss zur Elbphilharmonie seine Arbeit beendet. Auf 724 Seiten wird aufgelistet, wie es zu der Kostenexplosion und den Bauverzögerungen kommen konnte. Demnach sind unfertige Pläne, überforderte Politiker und ein Chaos auf der Baustelle schuld an dem Debakel.

Ehemaliger Bürgermeister in der Kritik

«Der Abschlussbericht ist eine ebenso ausgewogene wie präzise Analyse der fatalen Ereigniskette rund um den Bau der Elbphilharmonie», sagte Frank Schmitt (SPD) am Donnerstag. Der Bericht werde auch dazu beitragen, dass solche Fehler in Zukunft nicht wieder passieren.

Hamburgs ehemaliger Bürgermeister Ole von Beust (CDU) wollte sich nicht zu dem Bericht äussern. Er werde keine Stellungnahme abgeben, da die Wertungen «politischer und nicht rechtlicher Art» seien, zitierte der Vorsitzende Ole Thorben Buschhüter (SPD) aus einem Schreiben von Beusts. Dem Bericht zufolge trägt von Beust «konkret die Verantwortung für Fehlentwicklungen» beim Bau des Konzerthauses.

Dagegen hatten etwa Ex-Kultursenatorin Karin von Welck (parteilos) und die ehemaligen Chefs der städtischen Realisierungsgesellschaft (Rege) eine Stellungnahme abgegeben.

Nach Meinung von Norbert Hackbusch, stellvertretender Vorsitzender der Fraktion Die Linke, werde von Beust «völlig zu Recht als Hauptverantwortlicher für das Elbphilharmonie-Desaster dargestellt». Eva Gümbel (Grüne) sagte, von Beust müsse sich gemeinsam mit dem damaligen Senat den Vorwurf gefallen lassen, «das Projekt von Anfang an auf eine schiefe Bahn gesetzt zu haben».

Eröffnung im Moment für 2017 geplant

Mit der verfehlten Projektkonstruktion und der schlecht vorbereiteten und unvollständigen Planung sei die Elbphilharmonie zum Spielball des Generalunternehmers Hochtief und der Schweizer Architekten Herzog & de Meuron geworden.

«Diese hatten weniger das Projektgelingen als ihre eigenen Interessen im Auge – und haben dafür mit harten Bandagen gekämpft.»

Zu den Lehren gehöre, «dass wir die Stadt im Baubereich wieder stärker aufstellen müssen, mehr eigene Kompetenzen und eigene Expertise brauchen, um in künftigen Kooperationen mit privaten Partnern nicht wieder den Kürzeren zu ziehen».

Der Ausschuss hatte drei Jahre lang unzählige Aktenordner gewälzt und zahlreiche Zeugen befragt. Erstmals nennt der Bericht, der die Vorgänge bis Ende 2008 untersucht, auch Namen der Verantwortlichen. Demnach wollten alle Beteiligten das Konzerthaus unbedingt bauen, ohne die wahren Zahlen zu präsentieren.

Die Kosten des Projekts für den Steuerzahler waren über die Jahre von ursprünglich 77 Millionen Euro auf nun 789 Millionen Euro gestiegen. Die Eröffnung wurde mehrfach von 2010 auf 2017 verschoben.

(SDA)

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