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Schweizer Ingenieure – so bekannt wie der VfB Stuttgart

Die Resultate des Stresstests für das umstrittene Bahnhofsprojekt Stuttgart 21 werden heute vorgestellt. Dahinter steckt das Zürcher Ingenieurbüro SMA, dessen Arbeit in der Region polarisiert.

Umstritten bis an die Grenze der Vernunft: Der geplante Grossbahnhof in Stuttgart.
Umstritten bis an die Grenze der Vernunft: Der geplante Grossbahnhof in Stuttgart.
Illustration der Deutschen Bahn AG

Ruft man als Journalist beim Ingenieurbüro SMA mit Sitz in Zürich-Oerlikon an, klingt die Antwort freundlich und immer gleich: «Keine Auskunft, wir bitten um Verständnis» – zu Recht letztlich, denn die ausgewiesenen Bahnfachleute sollen in einem erbitterten Streit eine neutrale Expertise abgeben. Eine knifflige Aufgabe, wie auch die «Süddeutsche Zeitung» in ihrer heutigen Ausgabe schreibt (Artikel online nicht verfügbar).

Das Kürzel SMA, so schreibt die landesweit gelesene Zeitung, ist in der Region mittlerweile fast so bekannt wie das VfB des Stuttgarter Fussball-Bundesliga-Clubs. Und polarisiert offenbar genauso stark: Zunächst hatten die Gegner des Bahnhofsprojekts die Zürcher Bahnfachleute vorgeschlagen, die der Auftrag offenbar mit Freude erfüllte: «Es erfüllt uns mit Stolz, dass wir das machen dürfen und dass uns beide Lager vertrauen», zitiert das Blatt einen angeblichen Ausspruch von Werner Stohler, einem der beiden Chefs des Ingenieurbüros.

Vorwürfe der Parteilichkeit geäussert

Mittlerweile ist die Vorfreude offenbar einer Ernüchterung gewichen. Zwischenzeitlich war bekannt geworden, dass der Stresstest dem Projekt der Deutschen Bahn eine positive Beurteilung geben dürfte – und schon kehrte die Stimmung. Wie die «Süddeutsche Zeitung» berichtet, merken Stuttgart-21-Gegner nun gerne an, dass die Deutsche Bahn ein extrem wichtiger Kunde für die Zürcher sei – eine unverhohlene Verdächtigung, befangen oder sogar bestechlich zu sein.

Auch wegen solcher Anwürfe hüllen sich die Vertreter des Ingenieurbüros gegenüber den Medien bislang konsequent in Schweigen. So bleibt auch der renommierten «Süddeutschen Zeitung» nur übrig, die SMA-Webseite mit den Worten zu zitieren, man sei zu «Neutralität und Objektivität verpflichtet». Ob solche Beteuerungen von Schweizer Grundwerten den Zürchern helfen werden, wird sich heute bei der Debatte über den Stresstest in Stuttgart zeigen.

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