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Schwulenfeindliche Kroaten sammeln 700'000 Unterschriften für Volksabstimmung

Kroatien stimmt am 1. Dezember über die Homo-Ehe ab – aber nicht etwa über deren Einführung, sondern deren Verbot in der Verfassung.

Kroatien ist in Sachen Homoehe gespalten: Aktivisten für die Rechte von Homosexuellen an einer Demonstration in Zagreb.
Kroatien ist in Sachen Homoehe gespalten: Aktivisten für die Rechte von Homosexuellen an einer Demonstration in Zagreb.
Reuters

Die Kroaten sollen in einem Referendum über die Homo-Ehe entscheiden. Das Parlament des EU-Staats stimmte dafür, am 1. Dezember eine Volksabstimmung dazu abzuhalten. Dabei bekommen die Wähler die Frage gestellt, ob sie der Aussage zustimmen, wonach die Ehe ein Bündnis zwischen Mann und Frau sei. Sollte die Mehrheit der Wähler mit «Ja» stimmen, werden gleichgeschlechtliche Ehen in der Verfassung verboten.

Menschenrechtsorganisationen haben angekündigt, gegen das Referendum vorzugehen. Ihrer Auffassung nach verstösst es gegen grundlegende Menschenrechte. Derweil hat eine schwulenfeindliche Gruppe bereits mehr als 700'000 Unterschriften gesammelt, mit denen der Volksentscheid unterstützt wird.

«Eine Nation wird an ihrer Haltung gegenüber Minderheiten beurteilt»

Staatschef Ivo Josipovic äusserte sich hingegen kritisch über das anstehende Votum. «Die Frage ist: Brauchen wir ein solches Referendum? Ich glaube, dass die Festlegung der Ehe zwischen einem Mann und einer Frau nicht in die Verfassung gehört», erklärte er. «Eine Nation wird an ihrer Haltung gegenüber Minderheiten beurteilt».

Der Streit über die Rechte von Schwulen und Lesben hat Kroatien gespalten. Zwar hat der jüngste EU-Staat Schritte zur Verbesserung der Rechte von Homosexuellen unternommen, doch ist die Homo-Ehe noch immer ein sehr sensibles Thema in dem katholisch geprägten Land.

SDA/mw

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