Söder zum CSU-Spitzenkandidaten gewählt

CSU-Chef Horst Seehofer war zuvor in seinem Amt bestätigt worden. Er erhielt beim Parteitag 83,7 Prozent der Stimmen.

Beide gewählt: Horst Seehofer als CSU-Chef, Markus Söder als Kandidat für die bayrischen Regierungswahlen.

Beide gewählt: Horst Seehofer als CSU-Chef, Markus Söder als Kandidat für die bayrischen Regierungswahlen. Bild: Sven Hoppe/Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Der bayerische Finanzminister Markus Söder soll Horst Seehofer nächstes Jahr als bayerischer Ministerpräsident beerben. Auf dem CSU-Parteitag in Nürnberg wurde der 50-Jährige am Samstag fast einstimmig zu Seehofers Nachfolger gekürt – in einer offenen Abstimmung, bei einigen wenigen Gegenstimmen. Die offizielle Stabübergabe soll im ersten Quartal 2018 sein.

Dann will Seehofer sein Amt abgeben, und Söder soll im Landtag zum neuen bayerischen Ministerpräsidenten gewählt werden. «Ich werde mich mit ganzer Kraft, mit ganzer Leidenschaft für dieses Land und die CSU einsetzen», versprach Söder unter grossem Applaus.

Nach dem wochenlangen Machtkampf in der CSU hattte zuvor Parteichef Horst Seehofer bei seiner Wiederwahl schlechter als vor zwei Jahren abgeschnitten. Der 68-Jährige erhielt 83,7 Prozent der Delegiertenstimmen. Bei der Wahl vor zwei Jahren hatte Seehofer noch 87,2 Prozent der Stimmen auf sich vereint.

«Erhöhen sich die Wahlchancen»

Seehofer führt die CSU und die bayerische Landesregierung seit 2008. Der 68-Jährige hatte sich nach den Stimmenverlusten bei der Bundestagswahl auf Drängen aus der Partei Anfang Dezember bereiterklärt, das Amt des Ministerpräsidenten bis Ende März an seinen langjährigen Rivalen Markus Söder abzugeben. Beide erklärten ihren jahrelangen Konflikt am Samstag erneut für überwunden.

Zuvor hatte Söder die 900 Delegierten zu Seehofers Wiederwahl aufgerufen und eindringlich um ein Signal der Geschlossenheit gebeten. «Wenn dieses Signal kommt, erhöhen sich Wahlchancen für die Zukunft», sagte der 50-Jährige. Seehofer, der einziger Kandidat war, nahm die Wahl an und sagte: «Das ist eine gute Grundlage für das, was auf uns wartet in München und in Berlin.»

Die CSU hatte bei der Bundestagswahl im September mit 38,8 Prozent der Stimmen in Bayern so schwach abgeschnitten wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Die Partei fürchtet nun um ihre absolute Mehrheit im Landtag, der im Herbst kommenden Jahres gewählt wird. Der Parteitag soll Söder am Samstag zum Spitzenkandidaten küren. (fur/sda)

Erstellt: 16.12.2017, 11:48 Uhr

Artikel zum Thema

SPD will über Koalition mit Merkel verhandeln

Der Parteivorstand der deutschen Sozialdemokraten hat sich einstimmig für «ergebnisoffene Gespräche» mit der Union ausgesprochen. Mehr...

Seehofer schindet noch etwas Zeit

Video Der geschwächte CSU-Chef Horst Seehofer verspricht eine «befriedende» Lösung für seine Nachfolge. Er scheint sogar bereit, seinem Erzfeind Markus Söder ein Amt zu überlassen. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Paid Post

Rioja fasziniert mit neuer Vielfalt

Die Winzer aus der Region Rioja glänzen mit stetig zunehmender Finesse und Vielfalt. Neben Weissweinen sind auch Einzellagen, Orts- und Gebietsweine auf dem Vormarsch.

Kommentare

Die Welt in Bildern

Klimawand: Andres Petreselli bemalt in San Francisco eine Hausfassade mit einem Porträt von Greta Thunberg. (8. November 2019)
(Bild: Ben Margot) Mehr...