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Serbiens Weg in die EU führt über Kosovo

Ursprünglich wollte die EU-Kommission Serbien als offiziellen Beitrittskandidaten vorschlagen. Doch die Gewalt im Kosovo erschwert eine rasche Annäherung.

Schwierige Gespräche: Serbiens Premier Tadic und EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy.
Schwierige Gespräche: Serbiens Premier Tadic und EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy.
Keystone

Nach der Gewalt serbischer Demonstranten gegen Nato-Soldaten im Kosovo wird eine rasche Annäherung Serbiens an die EU offenbar immer unwahrscheinlicher. Österreichs Aussenminister Michael Spindelegger forderte in Brüssel eine Verurteilung der Täter: «Das ist die Voraussetzung für jeden weiteren Schritt nach vorne.» Die EU-Kommission hatte Serbien in Aussicht gestellt, das Balkanland auf dem EU-Gipfel in der kommenden Woche als EU-Beitrittskandidaten vorzuschlagen.

«Wir werden sehen, wir haben unsere Bedenken durch diese Ereignisse jetzt», sagte Spindelegger dazu am Rande eines Treffens der EU-Aussenminister. Damit Serbien den Status als EU-Beitrittskandidat erhält, müssen die EU-Mitgliedsländer geschlossen zustimmen. Aber vor Österreich hatte bereits Deutschland erhebliche Bedenken geäussert. Eine wichtige Vorentscheidung dazu fällt auf einem Treffen der EU-Europaminister am Montag in Brüssel, bei dem der Gipfel am 9. Dezember vorbereitet wird.

Skepsis in Berlin

Der deutsche Verteidigungsminister Thomas de Maizière hatte Serbien aufgefordert, seinen Einfluss auf die serbischstämmige Bevölkerung im Norden des Kosovo zu nutzen, um ein Ende der Ausschreitungen zu erreichen. Ansonsten entferne sich das Land jeden Tag weiter davon, den EU-Kandidatenstatus zu erhalten. Nach Angaben der Bundeswehr attackierten serbische Demonstranten am Montag Soldaten der Nato-geführten Kosovotruppe KFOR mit Steinen, Flaschen und Sprengkörpern, als diese eine Strassensperre räumten. Dabei wurden 30 Soldaten verletzt, die Mehrzahl von ihnen deutsche.

AFP/jak

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