Sie bringt Klimaleugner zum Schäumen

Eine 15-Jährige plädiert für mehr Klimaschutz – und wird als ideologisch verblendet diffamiert. Das verrät viel über die Kritiker.

Die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg rechnet bei einer Rede in Polen mit Politikern und Erwachsenen ab. Video: Youtube

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Die Rede von Greta Thunberg dauerte nur etwas mehr als drei Minuten, aber sie ging um die Welt. Am Wochenende wandte sich die 15-Jährige am Weltklimagipfel mit Klartext an die erwachsene Öffentlichkeit: «Ihr seid nicht reif genug, Klartext zu reden», sagte sie. Und: «Ihr sagt, dass ihr eure Kinder über alles liebt. Und trotzdem stehlt ihr ihnen ihre Zukunft, direkt vor ihren Augen.» Das sitzt – entsprechend ging der Auftritt der Schülerin viral. Grosse Medienportale zeigten ihre Rede, das Twitterpublikum jubelte über den Mut der jungen Aktivistin.

Doch Kritiker und Klimaleugner schäumten ob des beeindruckenden Auftritts der jungen Frau, auch in der Schweiz. Den Text ihrer Rede müsse irgendein «irrer Erwachsener» aufgeschrieben haben, twitterte Journalist Florian Schwab, anders liesse sich ihre «ideologische Verblendung» nicht erklären. Und die deutsche Politikerin Frauke Petri schäumte: «Das ist also das wissenschaftliche Niveau der Klimadiskussion 2018. Eine 15-jährige Schwedin, die jeden Freitag die Schule schwänzt, aber mehr zu wissen glaubt als tausend Wissenschaftler. Infantil!»

Unklar bleibt, was die Kritiker so grausam nervt. Umso deutlicher wird ihre ideologische Agenda: die Leugnung des Klimawandels. Denn erstens ist Thurnberg weit mehr als eine Schulschwänzerin. Seit Jahren beschäftigt sie sich intensiv mit dem Klimawandel – der Schule blieb sie aus Protest fern. Zum Klimagipfel wurde sie denn auch als Aktivistin eingeladen – und nicht etwa als Wissenschaftlerin, wie Frau Petry unterstellt. Das ist auch nicht nötig, da zum Klimawandel ein breiter wissenschaftlicher Konsens besteht, der deutlicher nicht sein könnte: Wenn wir nicht handeln, endet es in einer Katastrophe. Es gibt wohl kaum ein Kind, das man angesichts dieser Perspektive extra zur Sorge um den Planeten anhalten müsste. Es sei denn, es wurde von Klimaleugnern indoktriniert.

*Anmerkung der Red.: Der Journalist Florian Schwab legt Wert auf die Feststellung, dass er kein Klimaleugner sei.

(Redaktion Tamedia)

Erstellt: 18.12.2018, 09:28 Uhr

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