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«Sie hoffen, so den Volkszorn zu beruhigen»

Fünf Länder sind für 99 Prozent der Todesurteile verantwortlich. Patrick Walder von Amnesty International erklärt die Gründe – und sagt, weshalb er dennoch zuversichtlich ist.

In den meisten Teilen der Welt gehören Hinrichtungen der Vergangenheit an: Staaten, welche die Todesstrafe anwenden, sind in der Grafik gelb.
In den meisten Teilen der Welt gehören Hinrichtungen der Vergangenheit an: Staaten, welche die Todesstrafe anwenden, sind in der Grafik gelb.
Amnesty International
15 Prozent mehr Hinrichtungen als im Vorjahr: Doch die allermeisten Hinrichtungen gehen auf das Konto einiger weniger Staaten.
15 Prozent mehr Hinrichtungen als im Vorjahr: Doch die allermeisten Hinrichtungen gehen auf das Konto einiger weniger Staaten.
Amnesty International
Grosse Dunkelziffer: Mindestens 1925 Menschen in 57 Ländern wurden 2013 zum Tode verurteilt.
Grosse Dunkelziffer: Mindestens 1925 Menschen in 57 Ländern wurden 2013 zum Tode verurteilt.
Amnesty International/Datawrapper
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2013 hat es im Vergleich zum Vorjahr deutlich mehr Hinrichtungen gegeben. Vier Staaten nahmen die Vollstreckung von Todesurteilen wieder auf. Weshalb glaubt Amnesty International, der Trend zur Abschaffung der Todesstrafe sei trotzdem ungebrochen?

Nur eine kleine Minderheit von drei Ländern ist für 80 Prozent der Hinrichtungen verantwortlich. Die Staaten mit Todesstrafe sind in der Minderheit. Noch weniger Staaten vollstrecken sie auch tatsächlich. In den letzten Jahren und Jahrzehnten ist die Abschaffung der Todesstrafe weltweit recht schnell vorangeschritten. Mit der kleiner werdenden Zahl von Ländern mit Todesstrafe verlangsamt sich auch der Trend zur Abschaffung. Das ist logisch. Das letzte Jahr war zwar kein gutes Jahr. Es hat aber auch Fortschritte gegeben. So hat der US-Bundesstaat Maryland die Todesstrafe abgeschafft. Andere Länder haben Schritte hin zur Abschaffung unternommen oder haben keine Hinrichtungen vorgenommen, obwohl sie das früher taten. Es wäre deshalb zu früh, von einer Trendumkehr zu sprechen.

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