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Sieg des Unbehagens

Es gibt einen Grund für den Triumph der Alternative für Deutschland. Sie bedient ein in Deutschland weitverbreitetes Gefühl.

MeinungVon David Nauer, Berlin

So sehen politische Erdbeben aus: Die Alternative für Deutschland (AFD) hat in Thüringen und Brandenburg aus dem Stand über 10 Prozent gemacht. Vor zwei Wochen triumphierte die Partei schon in Sachsen, auch bei der Europawahl im Mai war sie der Überraschungssieger.

Grund für den gewaltigen Aufstieg: Die AFD bedient ein weitverbreitetes Gefühl in Deutschland. Dieses Gefühl heisst Unbehagen. Die Welt ist kompliziert geworden in den letzten Jahren: erst Banken, die plötzlich pleitegingen; dann die undurchschaubare Eurokrise; jetzt ein bedrohlicher Konflikt mit Russland. Auch die deutsche Gesellschaft selber ändert sich. Alte Strukturen wie Vereine oder Kirchen verlieren an Strahlkraft; es gibt immer weniger Kinder; die Einwanderung nimmt zu. Das alles verunsichert viele Menschen.

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