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So zieht Steinbrück gegen Merkel ins Rennen

Hunderte Hausbesuche und eine Plakatkampagne: Die SPD hat die heisse Phase im Rennen ums Kanzleramt eingeläutet. Die Partei spricht vom «modernsten Wahlkampf» Deutschlands. Der Druck ist gross.

Sein Wahlkampf wird eine Aufholjagd: Peer Steinbrück steht in Berlin zwischen den SPD-Wahlkampfplakaten. (30. Juli 2013).
Sein Wahlkampf wird eine Aufholjagd: Peer Steinbrück steht in Berlin zwischen den SPD-Wahlkampfplakaten. (30. Juli 2013).
Reuters
Die Partei setzt auch auf Sozialpolitik: Peer Steinbrück und SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles in Berlin. (30. Juli 2013)
Die Partei setzt auch auf Sozialpolitik: Peer Steinbrück und SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles in Berlin. (30. Juli 2013)
AFP
Stellen Merkels Politik infrage: Die Plakate der SPD. (30. Juli 2013)
Stellen Merkels Politik infrage: Die Plakate der SPD. (30. Juli 2013)
AFP
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Knapp acht Wochen vor der Bundestagswahl hat die SPD mit der Vorstellung ihrer Plakatkampagne die entscheidende Phase ihres Wahlkampfs eingeläutet. «Wenn wir bisher im Trainingslager gewesen sind, dann ist jetzt der Zeitpunkt gekommen, wo wir ab morgen auf die Strasse gehen», sagte SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück in Berlin. SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles kündigte den «modernsten Wahlkampf aller Parteien in Deutschland» an.

Die Sozialdemokraten wollen mit einem Wahlkampf, der von persönlichen Begegnungen geprägt sein soll, die Wende im Rennen um das Kanzleramt schaffen. Steinbrück kündigte an, von Mittwoch an bis zur Bundestagswahl am 22. September landesweit über 100 Wahlkampfveranstaltungen absolvieren zu wollen. Das Motto laute «Deutschland braucht Bewegung statt Stillstand».

Hausbesuche von der SPD

Neben den Auftritten ihres Spitzenkandidaten will die SPD vor allem mit persönlichen Hausbesuchen punkten. Bis zu den Wahlen sollen in über 250 Wahlkreisen Freiwillige der SPD bei rund fünf Millionen Haushalten klingeln. Gut 450'000 solcher Kontakte haben nach Angaben der SPD bereits stattgefunden.

«Wir haben extrem positive Rückmeldungen bekommen», sagte Nahles. Die Leute reagierten «erstaunt» und «überrascht», wenn die SPD-Gesandten vor der Tür stünden. Die SPD stelle den «Bürgerdialog in den Mittelpunkt», sagte sie und grenzte ihre Kampagne von dem stark auf Angela Merkel zugeschnittenen Wahlkampf der Union ab. Dieser sei ein «CDU-Kanzlerin-Wahlverein».

Kampagne gegen Merkel

Die Sozialdemokraten setzen angesichts des anhaltenden Umfragetiefs auf die noch unentschlossenen Wähler und potenziellen Nichtwähler. Steinbrück begründete seinen Optimismus mit der «überwältigend grossen Zahl von 30 bis 40 Prozent der Menschen, die erst in den letzten Wochen und Tagen entscheiden, ob und wen sie wählen». Nahles sagte: «Dieser Wahlkampf ist insgesamt auf Mobilisierung ausgelegt.»

Zur Präsentation ihrer Kampagne hatte die SPD in das migrantisch geprägte Berliner Arbeiterviertel Neukölln geladen. In einem früheren Ballhaus aus der Jahrhundertwende stellten die Sozialdemokraten ihre Plakate in einem schlichten weissen Saal aus. Mit Titeln wie «WIR für mehr Kita-Plätze» oder «WIR für bezahlbare Mieten» stellt die Kampagne vor allem die sozialpolitischen Themen des SPD-Wahlprogramms in den Vordergrund.

Weitere SPD-Plakate zeigen unvorteilhafte Aufnahmen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) im Zusammenhang mit aktuellen Problemen der schwarz-gelben Bundesregierung, etwa die NSA-Abhöraffäre oder das Debakel um die Bundeswehr-Drohne Euro Hawk. Ab dem 5. August werden bundesweit 8000 grossflächige SPD-Wahlplakate installiert. Zehn Tage vor der Wahl kommen dann noch einmal 7000 weitere hinzu.

Wahlkampf im Internet

Der SPD-Wahlkampf soll nicht nur auf der Strasse, sondern auch im Internet stattfinden. Mit rund 44'000 Freunden sei die SPD die beliebteste deutsche Partei im sozialen Netzwerk Facebook, sagte Nahles. Was sie nicht sagte: Das Facebook-Profil der Bundeskanzlerin kommt auf beinahe 325'000 sogenannter Likes. Bei Peer Steinbrück sind es etwas über 25'000.

AFP/kpn

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