Spanische Firma spionierte Assange im Auftrag der CIA aus

Eine Sicherheitsfirma hat laut eines Berichts Treffen zwischen Assange und seinen Anwälten in der Londoner Botschaft überwacht und der CIA Aufnahmen übermittelt.

Die CIA habe die Aufnahmen per Livestream mitverfolgen können: Julien Assange soll in seinem Londoner Botschaftsexil ausspioniert worden sein. (Archivbild) epa/Andy Rain

Die CIA habe die Aufnahmen per Livestream mitverfolgen können: Julien Assange soll in seinem Londoner Botschaftsexil ausspioniert worden sein. (Archivbild) epa/Andy Rain

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Der US-Auslandsgeheimdienst CIA hat Wikileaks-Gründer Julian Assange einem Bericht zufolge über eine spanische Sicherheitsfirma in seinem Londoner Botschaftsexil ausspionieren lassen. Das Unternehmen Undercover Global habe die Treffen zwischen Assange und seinen Anwälten überwacht und der CIA Audio- und Videoaufnahmen übermittelt, berichtete die spanische Zeitung «El País» am Freitag.

Demnach installierte die Firma, die damals für die Sicherheit der ecuadorianischen Botschaft verantwortlich war, unter anderem Mikrofone in Feuerlöschern und auf der Damentoilette, wo sich Assanges Anwälte aus Angst vor Abhörmassnahmen trafen.

Die CIA habe die Aufnahmen per Livestream mitverfolgen können. Einer von Assanges Anwälten sagte der Nachrichtenagentur AFP, der Nationale Gerichtshof in Madrid habe Ermittlungen in dem Fall aufgenommen. Ein Gerichtssprecher lehnte eine Stellungnahme ab.

Lebenslange Gefängnisstrafe droht

Assange war im April in London verhaftet worden und sitzt in Grossbritannien nun eine fast einjährige Gefängnisstrafe wegen Verstosses gegen Kautionsauflagen ab. Zuvor hatte er sich sieben Jahre lang in der ecuadorianischen Botschaft in London verschanzt, um einer Auslieferung nach Schweden wegen Vergewaltigungsvorwürfen aus dem Jahr 2010 zu entgehen.

Ab Ende Februar wird ein britisches Gericht über Assanges mögliche Auslieferung an die USA verhandeln. Der Australier ist in den USA wegen der Veröffentlichung geheimer Dokumente und Verstössen gegen das Anti-Spionage-Gesetz angeklagt.

Die 2010 von der Enthüllungsplattform Wikileaks veröffentlichten Dokumente aus dem Militärapparat sowie dem diplomatischen Dienst der USA enthielten hochbrisante Informationen über die US-Einsätze im Irak und in Afghanistan sowie über die Tötung von Zivilisten und Misshandlung von Gefangenen durch US-Soldaten.

Sollte Assange in allen 18 Anklagepunkten für schuldig befunden werden, so müsste er mit einer lebenslangen Gefängnisstrafe rechnen. (scl/sda)

Erstellt: 28.09.2019, 04:29 Uhr

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