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Steinmeier zum Bundespräsidenten gewählt

Deutschland hat ein neues Staatsoberhaupt. Favorit Frank-Walter Steinmeier hat das Rennen gemacht – im ersten Wahlgang.

Neue Aufgabe: Frank-Walter Steinmeier ist neuer Bundespräsident von Deutschland. (Video: ARD)

Er war Aussenminister und Vizekanzler – jetzt wird Frank-Walter Steinmeier deutsches Staatsoberhaupt. Mit deutlicher Mehrheit haben die Mitglieder der Bundesversammlung den SPD-Politiker zum neuen Bundespräsidenten gewählt. Damit tritt Steinmeier die Nachfolge des scheidenden Staatsoberhaupts Joachim Gauck an.

Der 61-jährige SPD-Politiker Steinmeier erhielt bei der Wahl in der Bundesversammlung am Sonntag in Berlin im ersten Wahlgang 931 von 1239 gültigen Stimmen.

Er wurde 1956 als Sohn eines Tischlers im nordrhein-westfälischen Detmold geboren. Unter Gerhard Schröder war er von 1999 bis 2005 Chef des Kanzleramts. In dieser Zeit wirkte Steinmeier massgeblich an den Hartz-Reformen mit, was ihm die Linkspartei vorhält.

Bei den Bürgern beliebt

In Merkels erster grosser Koalition wurde er 2005 Aussenminister und 2007 auch Vizekanzler. Bei der Bundestagswahl 2009 zog er schliesslich als SPD-Kanzlerkandidat ins Rennen. Die SPD stürzte jedoch auf 23 Prozent ab - ihr schlechtestes Ergebnis seit 1949.

Während der folgenden schwarz-gelben Regierungszeit fungierte Steinmeier bis 2013 als Vorsitzender der SPD-Fraktion im Bundestag. In der Neuauflage der schwarz-roten Regierung wurde er 2013 erneut Aussenminister. Seit langem führt er die Liste der beliebtesten Politiker in Deutschland an.

Dank an seine Frau

Der wahrscheinliche neue Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat seiner Frau Elke Büdenbender dafür gedankt, dass sie als First Lady ihre eigene berufliche Karriere zurückstellt. Die Rolle des Präsidenten-Ehepaares sei «sehr traditionell angelegt», sagte Steinmeier am Samstagabend bei einem SPD-Empfang in Berlin. «Einer wird gewählt, und von dem anderen wird erwartet, dass er vieles aufgibt. Ich bin dir dankbar, dass du in diese neue Rolle nun mit hineingehst.»

Der «Spiegel» hatte berichtet, dass sich Büdenbender von ihrem Job als Richterin am Berliner Verwaltungsgericht beurlauben lassen werde. Ursprünglich hatte sie vor, ihren Beruf auch als First Lady weiter auszuüben. Doch im Gericht seien Zweifel laut geworden, ob die Richtertätigkeit mit Büdenbenders Rolle an der Seite des Staatsoberhaupts vereinbar sei.

Emotionale Worte

«Als Partnerin eines so engagierten Menschen wie Frank wünscht man sich irgendwann auch mal etwas ruhigerer Zeiten», sagte Büdenbender am Samstagabend. Doch sie finde es «toll», dass Steinmeier für das höchste Staatsamt kandidiere. «Ich denke auch, er wird ein wunderbarer Bundespräsident sein.»

Steinmeier scherzte auf die Frage, was ihn denn von einer Kandidatur überzeugt habe: «Meine Frau nicht!» Der frühere Aussenminister sagte, er habe Büdenbender «bisher bei jedem neuen beruflichen Abschnitt versprochen, dass es ruhiger wird. Das hab' ich jetzt auch. Das glaubt sie aber schon lange nicht mehr.»

Steinmeier bedankte sich bei seiner Frau «ganz herzlich» für die Unterstützung. «Das ist keine Selbstverständlichkeit.» An Büdenbender gerichtet fügte er hinzu: «Ich könnte es ohne dich nicht machen, und ich hätte es ohne dich nicht gemacht.»

AFP/jdr

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