Fürst Adam erhält Unterstützung

Der Präsident des liechtensteinischen Vereins Freunde von Yad Vashem, Markus Büchel, verteidigt Hans Adam II. Er hält die Bezeichnung «Viertes Reich» gar für gerechtfertigt.

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Fürst Hans Adam II. hatte im Brief die Bundesrepublik Deutschland als «Viertes Reich» bezeichnet, wie aus einem im Zürcher «Tages-Anzeiger» veröffentlichten Faksimile hervorgeht. Die Bezeichnung «Viertes Reich» halte auch er für gerechtfertigt, sagte Büchel gegenüber der Nachrichtenagentur SDA und verwies auf den Unmut, den der Diebstahl deutscher Kundendaten durch einen ehemaligen Mitarbeiter der Füstenbank LGT in Liechtenstein hervorgerufen hat.

Druck im Dritten Reich

Der Mann hatte die Daten dem deutschen Geheimdienst, dem Bundesnachrichtendienst (BND) und der Steuerfahndung weiterverkauft. «Das ist illegal; der BND hat damit die Souveränität Liechtensteins verletzt», sagte der 49-jährige Jurist und Vereinspräsident.

Schon im Dritten Reich habe Deutschland das Fürstentum mit ähnlichen Methoden unter Druck gesetzt, sagte Büchel. Die Gestapo - die Geheime Staatspolizei der Nazis - habe in Liechtenstein ebenfalls ein Netzwerk an Informanten unterhalten.

Das Gegenteil von Verharmlosung

Zudem sei Liechtenstein in der Bundesrepublik öffentlich an den Pranger gestellt worden. «Dies zeugt nicht von der Toleranz der Bundesrepublik gegenüber anderen Staaten», sagte Büchel. Die Aussage des Fürsten habe sich im Übrigen gegen Deutschland und nicht gegen das jüdische Museum gerichtet.

Der Fürst habe immerhin das Patronat und sei zudem einer der grössten Gönner der «Freunde von Yad Vashem». Hans Adam II stehe ausserdem offen zu den Fehlern, die Liechtenstein während des Holocaust gemacht habe - also das Gegenteil von Verharmlosung.

Kein Kommentar vom SIG

Der Schweizerische Israelitische Gemeindebund wollte die Affäre nicht kommentieren: Dies sei eine Angelegenheit zwischen Liechtenstein und Deutschland und betreffe den SIG nicht, sagte SIG-Präsident Herbert Winter. (cpm/sda)

Erstellt: 11.09.2008, 15:28 Uhr

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