Swiss fliegt am Sonntag wieder nach Istanbul

Die Swiss verzichtete am Samstag aufgrund des Putschversuchs in der Türkei auf alle Flüge nach Istanbul. Das EDA passt seine Reisehinweise an.

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Die Fluggesellschaft Swiss hat für Samstag alle Flüge nach Istanbul gestrichen. Am Abend teilte die Airline mit, den Flugbetrieb in die türkische Metropole am Sonntag wieder aufzunehmen. Die beiden Flüge würden planmässig durchgeführt. Swiss-Flüge von und nach Istanbul können aber kostenlos umgebucht werden.

Edelweiss Air wird den Ferienort Antalya anfliegen. Andere Airlines hatten den Flugbetrieb schon früher wieder aufgenommen. Air Berlin beispielsweise entschied bereits am Samstagmittag, wieder in die Türkei zu fliegen.

Am Flughafen Kloten erzählten drei Türken, die am Samstag mit der Swiss nach Istanbul fliegen wollten, gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnet von ihren durchkreuzten Ferienplänen: «Wir hatten gestern Abend etwas Angst, jetzt aber nicht mehr.» In Istanbul sei es für Zivilisten nicht gefährlich. «Wir fliegen auf jeden Fall. Unsere Verwandten in Istanbul sagen auch, dass es nicht schlimm ist.» Nach Istanbul gelangen die drei in der Schweiz lebenden Türken allerdings erst am Montag. Zwecks Umbuchung vorsorglich zum Flughafen gereist, kann die Familie Oezkalay aus Dietikon ZH ihre Reise am Sonntag nach Istanbul wie geplant antreten. Angst habe sie keine.

«Angst habe wir keine»: Die Familie Oezkalay aus Dietikon ZH fuhr zwecks vorsorglicher Umbuchung zum Flughafen Kloten. Sie kann ihren Flug am Sonntag aber wie geplant antreten.

Nur Pegasus fliegt am Samstag

Ebenfalls Flüge aus der Schweiz nach Istanbul gestrichen hatte am Samstag die Turkish Airlines. Gemäss den Angaben auf der Website des Flughafens Zürich und des Euro-Airports Basel wurden die meisten Flüge nach Istanbul storniert. Einzig die Fluggesellschaft Pegasus flog gemäss den Angaben noch nach Istanbul.

Auch die deutschen Fluglinien Lufthansa, Eurowings und Air Berlin sagten Flüge aus der Türkei und in das Land hinein ab. «Wir werden bis morgen Mittag 12 Uhr alle Verbindungen von und in die Türkei streichen», sagte ein Lufthansa-Sprecher. «Danach werden wir sehen, wie sich die Lage weiterentwickelt.»

Ferien gratis umbuchen oder annullieren

In türkischen Badeorten war die Lage nach dem Putschversuch laut Schweizer Reiseanbietern am Samstagmorgen ruhig. Hotelplan Suisse zählt 262 Kunden, die derzeit ihre Ferien in der Südtürkei, an der türkischen Ägäis sowie in Istanbul verbringen, wie Hotelplan-Sprecherin Prisca Huguenin-dit-Lenoir der Nachrichtenagentur SDA sagte. Hotelplan rät den Kunden, sich an ihre lokalen Reiseleiter zu wenden und sich im Hotel über etwaige Ausgangssperren zu informieren.

88 Personen wären am Samstag mit Hotelplan in die Türkei geflogen, sagte Huguenin-dit-Lenoir. Türkeireisen mit Abflugdatum bis und mit Dienstag können kostenlos umgebucht oder annulliert werden. Reisegäste können sich dafür an ihre Buchungsstelle wenden. Zudem wurde das Callcenter von Hotelplan Suisse aufgestockt. Hotelplan Suisse schätzt die Lage laufend neu ein.

TUI Suisse hat mehrere hundert Kunden, die derzeit in der Türkei Ferien machen. Diese Touristen seien aber alle in der Südtürkei, sagte Sprecherin Bianca Schmidt. Die Reiseleiter meldeten, dass die Lage dort ruhig sei. TUI beobachte die Lage weiterhin.

Kunden, die am Samstag oder am Sonntag eine Reise in die Türkei gebucht haben, können gratis umbuchen oder annullieren. Das ist auch bei Kuoni Reisen der Fall. Am Montag will Kuoni die Lage neu beurteilen, wie Sprecher Marcel Schlatter sagte. Beim deutschen Reiseveranstalter Alltours können Reisen bis und mit Montag umgebucht oder storniert werden.

Die Reaktion des EDA

Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) hat seine Reisehinweise angepasst. Wegen der unübersichtlichen Lage empfiehlt das Aussendepartement, sich in den Medien zu informieren und sich an die Anweisungen der Behörden zu halten.

Etwa sollten Ausgangssperren befolgt werden, hiess es in der Mitteilung des EDA. Ausserdem sollten Ferienreisende Kontakt halten mit ihren Reiseveranstaltern. Das EDA ist in Kontakt mit der Schweizer Botschaft in Ankara und dem Generalkonsulat in Istanbul und beobachtet die Lage.

Das Aussendepartement hat eine telefonische Auskunftsstelle für Touristinnen, Touristen und Angehörige eingerichtet, die keinen Kontakt zu Türkei-Reisenden haben. Die Helpline ist über die Rufnummern 0041 800 247 365 und 0041 58 465 33 33 erreichbar. Bis zum frühen Morgen gingen rund 160 Anfragen ein. (nag)

Erstellt: 16.07.2016, 19:45 Uhr

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