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Tatverdächtiger bestreitet Beteiligung im Fall Chemnitz

Einer der inhaftierten Verdächtigen hat ausgesagt, er sei bei der Tat mehrere Meter abseits gestanden. Ein Augenzeuge bestätigt dies.

sep
Tatverdächtiger bestreitet Beteiligung: Ein Polizist bei einer Gedenkveranstaltung am Tatort. (Archiv)
Tatverdächtiger bestreitet Beteiligung: Ein Polizist bei einer Gedenkveranstaltung am Tatort. (Archiv)
Hendrik Schmidt, Keystone
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) verurteilt die Veröffentlichung des Haftbefehls gegen die Tatverdächtigen: «Wir werden die Sache aufklären.»
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) verurteilt die Veröffentlichung des Haftbefehls gegen die Tatverdächtigen: «Wir werden die Sache aufklären.»
Filip Singer, Keystone
Auf das Tötungsdelikt folgten gewaltsame Ausschreitungen: Polizisten stehen in der Innenstadt am Karl-Marx-Monument bei einer Kundgebung der rechten Szene, um ein Aufeinanderprallen von rechten und linken Gruppen zu verhindern. (27. August 2018)
Auf das Tötungsdelikt folgten gewaltsame Ausschreitungen: Polizisten stehen in der Innenstadt am Karl-Marx-Monument bei einer Kundgebung der rechten Szene, um ein Aufeinanderprallen von rechten und linken Gruppen zu verhindern. (27. August 2018)
Jan Woitas, Keystone
Bei den Zusammenstössen rechts- und linksgerichteter Demonstranten bewarfen sich beide Seiten auch mit Feuerwerkskörpern.
Bei den Zusammenstössen rechts- und linksgerichteter Demonstranten bewarfen sich beide Seiten auch mit Feuerwerkskörpern.
Odd Andersen, AFP
Die Feuerwerkskörper haben auch Personen getroffen.
Die Feuerwerkskörper haben auch Personen getroffen.
Jens Meyer, Keystone
Die Polizei meldete mehrere Verletzte.
Die Polizei meldete mehrere Verletzte.
Sebastian Willnow, Keystone
Die Polizei fuhr unter anderem auch mit Wasserwerfer in Chemnitz vor.
Die Polizei fuhr unter anderem auch mit Wasserwerfer in Chemnitz vor.
Jens Meyer, Keystone
Zahlreiche Beamte wurden aufgeboten: Rechte Gruppierungen versammeln sich in Chemnitz.
Zahlreiche Beamte wurden aufgeboten: Rechte Gruppierungen versammeln sich in Chemnitz.
Jan Woitas, Keystone
«Kein Zutritt für Terror»: Rechte Demonstranten halten vor dem Karl-Marx-Monument ein Plakat hoch.
«Kein Zutritt für Terror»: Rechte Demonstranten halten vor dem Karl-Marx-Monument ein Plakat hoch.
Sebastian Willnow, Keystone
Die Beamten trennen zunächst die beiden Lager, sind...
Die Beamten trennen zunächst die beiden Lager, sind...
Filip Singer, Keystone
...aber stets auf der Hut.
...aber stets auf der Hut.
Sebastian Willnow, Keystone
Linke Demonstranten kommentieren den Aufmarsch der Rechten.
Linke Demonstranten kommentieren den Aufmarsch der Rechten.
Filip Singer, Keystone
«Pogrome sind voll 30er» – ein Plakat der Gegendemo.
«Pogrome sind voll 30er» – ein Plakat der Gegendemo.
Sebastian Willnow, Keystone
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Im Fall der beiden wegen des Tötungsdelikts in Chemnitz inhaftierten Verdächtigen haben deren Anwälte eine Haftprüfung beantragt. Die Haftprüfungsanträge wurden der Staatsanwaltschaft vom Amtsgericht Chemnitz zugeleitet und werden geprüft, wie eine Sprecherin der Chemnitzer Staatsanwaltschaft am Freitag sagte. Die Haftprüfungstermine sind demnach für kommende Woche geplant. Zu den Hintergründen machte die Justizsprecherin keine Angaben.

Zuvor hatte der Norddeutsche Rundfunk (NDR) berichtet, dass einer der beiden in Untersuchungshaft sitzenden Tatverdächtigen eine Tatbeteiligung bestreitet. Nach Informationen des Senders gab der verdächtige Yousif A. in seiner Aussage an, er sei an der Auseinandersetzung in Chemnitz, bei welcher der 35-jährige Daniel H. vor knapp drei Wochen getötet worden war, nicht beteiligt gewesen. Er habe mehrere Meter abseits gestanden.

Haftbefehl sei «rechtswidrig»

Ein Zeuge, der das Tatgeschehen unmittelbar beobachtet und seine Aussage bei der Polizei zu Protokoll gegeben habe, bestätigte dies dem NDR gegenüber. Der Anwalt des Verdächtigen, der Strafverteidiger Ulrich Dost-Roxin, bezeichnete den Haftbefehl gegen seinen Mandanten als «rechtswidrig». Er sehe keinen Tatverdacht gegen seinen Mandanten, erklärte Dost-Roxin am Donnerstag in einer Pressemitteilung. «Keines der Beweismittel belastet meinen Mandanten.»

Daniel H. war Ende August in Chemnitz einem Tötungsdelikt zum Opfer gefallen. Bei den beiden in Untersuchungshaft sitzenden Verdächtigen handelt es sich um zwei aus Syrien und dem Irak stammende Männer. Nach einem dritten Tatverdächtigen wird international gefahndet. Bislang gebe es keine Hinweise, wo sich der Mann aufhalten könnte, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft.

Das Tötungsdelikt hatte zahlreiche Demonstrationen auch rechter Gruppen in Chemnitz nach sich gezogen, die teilweise in Gewalttätigkeiten mündeten. Für Freitagabend rief die rechtspopulistische Bürgerbewegung Pro Chemnitz erneut zu einer Kundgebung in der Innenstadt auf.

(AFP)

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