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Tausende strömen zu Havels Sarg

Der Sarg des verstorbenen tschechischen Politikers Vaclav Havel ist in der Prager Sankt-Anna-Kirche aufgebahrt worden. Das Kabinett erwägt, eigens ein neues Gesetz für den Dichterpräsidenten zu schaffen.

Respekt für den Ex-Präsidenten: Frau vor dem aufgebahrten Sarg in der Sankt-Anna-Kirche in Prag. (19. Dezember 2011)
Respekt für den Ex-Präsidenten: Frau vor dem aufgebahrten Sarg in der Sankt-Anna-Kirche in Prag. (19. Dezember 2011)
Reuters
Auch die Jungen verehren den Dichterpräsidenten: Eine junge Frau zündet am Wenzelsplatz in Prag eine Kerze an. (18. Dezember 2011)
Auch die Jungen verehren den Dichterpräsidenten: Eine junge Frau zündet am Wenzelsplatz in Prag eine Kerze an. (18. Dezember 2011)
Keystone
Sucht nach tröstenden Worten: Tschechiens Präsident Vaclav Klaus. (18: Dezember 2011)
Sucht nach tröstenden Worten: Tschechiens Präsident Vaclav Klaus. (18: Dezember 2011)
Reuters
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In Prag haben Trauernde Abschied vom früheren Staatspräsidenten Vaclav Havel genommen. Der Sarg des am Sonntag gestorbenen Dissidenten, Schriftstellers und Politikers wurde heute in der Prager Sankt-Anna-Kirche aufgebahrt.

Hunderte Menschen warteten vor den Toren des Gotteshauses. Viele hatten Tränen in den Augen. «Er hat uns die Freiheit geschenkt», sagte eine Trauernde. Havels Ehefrau Dagmar legte rote Rosen auf seinem Sarg nieder.

Die Schlüsselfigur der demokratischen Wende von 1989 war nach langer Krankheit im Alter von 75 Jahren gestorben. Das feierliche Staatsbegräbnis wird am Freitag in Prag stattfinden, wie das Präsidentenamt mitteilte.

Clinton an der Beerdigung

Unter den Staatsgästen werde voraussichtlich auch die US-amerikanische Aussenministerin Hillary Clinton sein, teilte Havels ehemalige Sekretärin Sabina Tancevova im Fernsehen mit.

Am Tag nach dem Tod des Ex-Präsidenten wehten am Prager Präsidentenpalast, am Nationaltheater und an vielen anderen Orten des Landes schwarze Flaggen. Soldaten der Burggarde der Prager Burg hielten eine Ehrenwache neben einem Porträt Havels. Sein Nachfolger im Amt, Vaclav Klaus, Erzbischof Dominik Duka und weitere Würdenträger trugen sich in das Kondolenzbuch ein.

Staatstrauer und «Lex Havel»

Václav Havel amtierte von 1989 bis 2003, erst als tschechoslowakischer, ab 1993 als tschechischer Präsident. Er war am Sonntag im Alter von 75 nach langer Krankheit gestorben. Am Nachmittag wollte die Regierung in einer Sondersitzung über die erwartete Ausrufung der Staatstrauer entscheiden.

Nach Informationen tschechischer Medien erwägt das Kabinett zudem ein Gesetz, das den früheren Dissidenten und Präsidenten ehren soll. Die «Lex Havel» könnte nach Aussage von Aussenminister Karel Schwarzenberg erklären, dass Vaclav Havel sich um die Freiheit verdient gemacht habe. Auch andere frühere tschechoslowakische Präsidenten wurden auf diese Weise geehrt.

SDA/miw

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