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Terrornacht in Paris – was bisher bekannt ist

Weit über 100 Tote, das Militär auf den Strassen und möglicherweise Terroristen auf der Flucht: Was zur Terrornacht von Paris bekannt ist.

Die Welt trauert: Hunderte Franzosen und Japaner versammeln sich bei der Französischen Botschaft in Tokyo zur Trauer.
Die Welt trauert: Hunderte Franzosen und Japaner versammeln sich bei der Französischen Botschaft in Tokyo zur Trauer.
20 Minuten, Leserreporter
Europäische Hauptstädte verstärken die Sicherheitskontrollen: Französische Polizisten kontrollieren Autos in Menton. (14. November)
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Boris Horvat, AFP
Rettungskräfte evakuieren eine Frau aus dem Bataclan Theater und bringen sie in Sicherheit.
Rettungskräfte evakuieren eine Frau aus dem Bataclan Theater und bringen sie in Sicherheit.
Thibault Camus, AFP
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Paris versinkt im Terror. Die Angaben zur Zahl der Toten schwanken; einige Medien berichten von 120, andere gar von 153 bestätigten Toten und beziehen sich jeweils auf «Behörden». Offizielle Angaben gibt es noch nicht. Auch die Zahl der Verletzten variiert – von rund 150 bis mehr als 200, darunter rund 80 Schwerverletzte.

Die Attacken an mindestens sechs Schauplätzen galten vor allem jungen Konzertgängern, Besuchern von Restaurants sowie deutschen und französischen Fussball-Fans. Die Verantwortung für die Anschläge übernahm bislang niemand. Es handelt sich um die tödlichste Gewaltwelle in Frankreich seit dem Zweiten Weltkrieg und die schlimmsten Anschläge in Europa seit den Attentaten in Madrid 2004.

Die Bombe ausserhalb des Stade de France war während des Spiels deutlich zu hören.

Die Sprecherin des Pariser Staatsanwalts, Agnes Thibault-Lecuivre, sagte der Nachrichtenagentur AP, acht Angreifer seien tot. Sieben hätten sich bei Selbstmordanschlägen in die Luft gesprengt. Der achte Täter sei beim Zugriff der Sicherheitskräfte in der Konzerthalle Bataclan getötet worden. Es sei nicht auszuschliessen, dass weitere Terroristen noch auf der Flucht seien, sagte sie.

Im Bataclan hatte sich das grösste Blutbad ereignet. Vor dem Gebäude eröffneten die Angreifer zunächst mit Maschinengewehren das Feuer auf Cafés. Dann drangen sie in den Club ein und schossen um sich, ehe sie rund 100 Geiseln nahmen. Als die Polizei einrückte, sprengten sie sich mit Sprengstoffgürteln selbst in die Luft, wie die Polizeipräfekt Michel Cadot am Samstagmorgen mitteilte. Ein Polizeibeamter sprach von mindestens 100 Toten in dem Gebäude.

Zuschauer auf dem Rasen

Ein Freundschaftsspiel der deutschen Fussball-Nationalmannschaft in Paris geriet in den Hintergrund. Während der ersten Halbzeit der Partie waren im Stade de France je nach Quelle zwei oder drei laute Explosionen zu hören. Wie sich später herausstellte, sprengte sich ein Selbstmordattentäter vor dem Stadion in die Luft. Weitere Quellen berichten von zwei Selbstmordattentätern. Vor dem Stade de France starben mindestens drei Menschen.

Nach dem Spiel versammelten sich viele Zuschauer verängstigt auf dem Rasen. Die beiden Selbstmordattentate sowie ein weiterer Bombenanschlag ereigneten sich in unmittelbarer Nähe des Stadions, an zwei Ausgängen sowie an einem McDonald's-Restaurant.

Zuschauer versammelten sich nach dem Spiel auf dem Rasen.

In einem Restaurant im 10. Arrondissement und mehreren anderen Lokalen wurden Dutzende weitere Menschen getötet. Weltweit wurden die Taten von Spitzenpolitikern verurteilt.

«Wir werden gnadenlos sein»

Präsident François Hollande verhängte den Ausnahmezustand und beorderte das Militär auf die Strassen. Der U-Bahn-Verkehr wurde unterbrochen. Die Grenzen des Landes wurden geschlossen. Hollande kündigte ein entschlossenes Vorgehen gegen die Verantwortlichen an. «Wir werden den Kampf anführen. Wir werden gnadenlos sein», sagte er am Bataclan, das er gemeinsam mit weiteren Regierungsvertretern in der Nacht aufgesucht hatte.

Zu den Angriffen bekannte sich zunächst niemand. Hollande sagte jedoch, sein Land wisse, «wer diese Kriminellen sind, wer diese Terroristen sind». Unterstützer von Extremisten priesen die Terrorwelle auf Twitter und wiesen auf französische Militäreinsätze in Syrien im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat hin.

Handschrift des IS

Der Terrorismusexperte Brian Michael Jenkins sagte, der IS sei «eindeutig der Name ganz oben auf der Liste von jedem». Die offenbar angewandte Taktik – mehrere Angreifer bei koordinieren Attacken an verschiedenen Orten – entspreche einer Empfehlung, die das IS-Online-Magazin «Dabbik» im Sommer veröffentlicht habe.

Erst im Januar hatten drei Extremisten bei Anschlägen auf die Redaktion der Zeitschrift «Charlie Hebdo» und einen koscheren Supermarkt in Paris 17 Menschen getötet, bevor sie selbst erschossen wurden. Frankreich ist seit diesen Anschlägen in erhöhter Alarmbereitschaft. Seitdem hatte es mehrere weitere Anschlagsversuche gegeben.

(SDA)

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