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Timoschenko soll es immer schlechter gehen

Julia Timoschenko sitzt seit Wochen in Haft. Sie soll an einer Krankheit mit «beunruhigenden Symptomen» leiden. Seit Tagen wird gerätselt, was an der Geschichte dran ist. Nun äusserte sich auch die EU «sehr besorgt».

Wird von Polizisten abgeschirmt: Julia Timoschenko vor Gericht in Kiew, 5. August 2011.
Wird von Polizisten abgeschirmt: Julia Timoschenko vor Gericht in Kiew, 5. August 2011.
Keystone

Der Gesundheitszustand der seit Anfang August in Untersuchungshaft sitzenden früheren ukrainischen Regierungschefin Julia Timoschenko hat sich nach Angaben ihrer Unterstützer verschlechtert.

Im Vergleich zu Donnerstag sei es schlimmer geworden, sagte ihre Sprecherin Natalia Lyssowa in Kiew. Timoschenkos Anwalt hatte während des Prozesses gegen seine Mandantin wegen Amtsmissbrauchs erklärt, diese leide unter einer geheimnisvollen Krankheit mit «beunruhigenden Symptomen».

Blaue Flecken

Timoschenkos Vertrauter, Alexander Turtschinow, sagte, sie sei nicht einmal mehr in der Lage gewesen, «kurze Spaziergänge» im Hof des Untersuchungsgefängnisses zu unternehmen. «Aus unbekannten Gründen haben sich auf ihrem gesamten Körper blaue Flecken gebildet», beschrieb der Abgeordnete Timoschenkos Symptome.

Ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP konnte im Gerichtssaal, wo auch Timoschenko den Prozess verfolgte, jedoch keine Auffälligkeiten an ihr feststellen.

EU besorgt

Die EU äusserte sich nun aber auch «sehr besorgt» über die Berichte. Die ukrainischen Behörden müssten der ehemaligen Ministerpräsidentin geeignete ärztliche Hilfe zukommen und sie durch ein unabhängiges Medizinerteam untersuchen lassen, sagte ein Sprecher der EU-Aussenbeauftragten Catherine Ashton.

Ausserdem erwarte die EU eine Antwort Kiews auf die Anfrage des EU-Delegationsleiters in der Ukraine, ihm Zugang zu der inhaftierten Oppositionspolitikerin zu gewähren. Die EU wolle die Verhandlungen mit der Ukraine fortsetzen, aber die derzeitigen Entwicklungen seien «nicht sehr positiv».

Es drohen mehrere Jahre Haft

Timoschenko fordert, vom Arzt ihres Vertrauens untersucht zu werden. Wie die ukrainische Strafvollzugsbehörde mitteilte, lehnte sie eine Untersuchung durch eine Medizinerkommission ab, der ausser mehreren Ärzten auch ein stellvertretender Gesundheitsminister angehören sollte.

Timoschenko steht wegen Amtsmissbrauchs vor Gericht. In dem Prozess geht es um Gasabkommen, die während ihrer Regierungszeit im Jahr 2009 mit Russland geschlossen wurden und laut Anklage für Kiew äusserst ungünstig waren. Timoschenko soll sie ohne Zustimmung des Kabinetts unterzeichnet und damit ihre Befugnisse überschritten haben.

Sie weist die Vorwürfe als politisch motiviert zurück. Dass Timoschenko in Untersuchungshaft genommen wurde, begründete das Gericht mit anhaltenden Störungen während des Prozesses.

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