Zum Hauptinhalt springen

Todesdrohungen gegen Italiens schwarze Ministerin

«Tötet sie», lautet eine der Drohungen gegen die dunkelhäutige italienische Ministerin Cécile Kyenge im Internet. Eine Lokalpolitikerin rief dazu auf, die Integrationsministerin zu vergewaltigen.

Bestätigt gegen sie gerichtete «rassistische Vorfälle»: Italiens Integrationsministerin Cécile Kyenge. (19. Juni 2013)
Bestätigt gegen sie gerichtete «rassistische Vorfälle»: Italiens Integrationsministerin Cécile Kyenge. (19. Juni 2013)
Reuters

Italiens erste dunkelhäutige Ministerin Cécile Kyenge hat Todesdrohungen im Internet erhalten. «Tötet sie», lautete nach einem Bericht der Zeitung «Il Gazzettino» eine der Drohungen gegen die Integrationsministerin. Kyenge bestätigte am Mittwoch, dass es gegen sie gerichtete «rassistische Vorfälle» gegeben habe.

Unter anderem hatte in der vergangenen Woche eine Kommunalpolitikerin der ausländerfeindlich eingestellten Partei Lega Nord über das soziale Netzwerk Facebook vorgeschlagen, jemand möge Kyenge vergewaltigen, damit sie verstehe, was die Opfer von schwerer Gewalt fühlten. Die Politikerin, Dolores Valandro, musste daraufhin ihr Parteibuch abgeben.

Kyenge sagte zu den Drohungen am Mittwoch, diese Vorfälle seien nicht nur gegen sie persönlich gerichtet, sondern gegen alle Menschen in Italien. Es sei wichtig, dass Italien geschlossen eine Antwort auf Rassismus gebe. Kürzlich hatte die Integrationsministerin eine Reform der italienischen Staatsbürgerschaft vorgeschlagen, war aber unter anderem bei der Lega Nord auf starken Widerstand gestossen.

Italien sieht sich erst seit relativ kurzer Zeit mit dem Thema Einwanderung und Integration konfrontiert. Derzeit sind etwa 7,5 Prozent der Menschen in Italien Ausländer; 1990 waren es noch zwei Prozent.

Die 48-jährige Kyenge stammt aus der Demokratischen Republik Kongo und kam vor drei Jahrzehnten für ein Medizinstudium nach Italien. Inzwischen lebt die Augenchirurgin mit ihrem italienischen Ehemann und zwei Kindern in Modena.

SDA/chk

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch