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Trierweiler gefährdet Wahl von Hollandes Ex

Frankreichs First Lady hat sich in den Parlamentswahlkampf eingemischt. Auf Twitter unterstützt Valérie Trierweiler den Gegner von Ségolène Royal – und stellte sich somit gegen ihren Partner François Hollande.

Vertrackte Verhältnisse im Elysé: Valérie Trierweiler und François Hollande in Paris.
Vertrackte Verhältnisse im Elysé: Valérie Trierweiler und François Hollande in Paris.
Keystone

Frankreichs Première Dame Valérie Trierweiler bringt Präsident François Hollande in die Bredouille. Die 47-jährige Lebensgefährtin des Staatschefs mischte sich in den Parlamentswahlkampf ein – stellte sich offen gegen die Linie Hollandes. Per Kurznachrichtendienst Twitter unterstützte die Lebensgefährtin des Staatschefs einen Kandidaten im westfranzösischen La Rochelle, der dort gegen Hollandes Ex-Partnerin Ségolène Royal antritt.

Bei der Stichwahl in La Rochelle geht es um das politische Überleben der einstigen sozialistischen Präsidentschaftskandidatin Royal, die mit Hollande vier Kinder hat. Die Sozialisten (PS) hatten ihren Gegenkandidaten Olivier Falorni ausgeschlossen, weil der seine Kandidatur nicht zugunsten von Royal zurückziehen wollte.

Auch Hollande, der sich eigentlich nicht in den Parlamentswahlkampf einmischen wollte, sprang Royal bei. «In diesem Wahlkreis in Charente-Maritime ist Ségolène Royal die einzige Kandidatin der Präsidentenmehrheit, die meine Unterstützung hat», schrieb er auf dem offiziellen Wahlwerbezettel der 58-Jährigen. Seine Unterstützung brachte Hollande auch in einem «sehr langen» Telefonat zum Ausdruck, wie Royal am Dienstagmorgen versicherte.

«Nur Mut für Falorni»

Wenige Stunden später schickte Hollandes Lebensgefährtin, die ein extrem schwieriges Verhältnis zu dessen Ex-Partnerin hat, eine Nachricht über Twitter: «Nur Mut für Olivier Falorni, der sich als würdig erwiesen hat, der seit so vielen Jahren selbstlos an der Seite der Bürger von La Rochelle kämpft.»

Hollande und die 47-jährige Journalistin Trierweiler sind seit 2005 ein Paar, der Sozialist hatte dies aber erst 2010 offiziell gemacht. Royal wiederum hatte sich direkt nach ihrem verlorenen Präsidentschaftswahlkampf 2007 von Hollande getrennt.

Dennoch unterstützte sie im diesjährigen Präsidentschaftswahlkampf engagiert die Kandidatur von Hollande. Royal, die eigentlich Parlamentspräsidentin werden will, muss um ihren Sitz in La Rochelle bangen. Die erste Runde hatte die Sozialistin nur knapp mit 32 zu 29 Prozent vor Falorni gewonnen.

UMP: «Dallas» im Elysée

Vertreter der konservativen UMP vor Ort stellten sich bereits hinter Falorni. In der zweiten Runde am kommenden Sonntag gewinnt der Kandidat mit den meisten Stimmen. Royal wollte die Mitteilung der Première Dame nicht kommentierten. «All meine Energie, all meine Gedanken sind bei den Wählern», sagte sie nur.

Sozialistenchefin Martine Aubry und Grünen-Chefin Cécile Duflot waren am Dienstag eigens nach La Rochelle gereist, um sie zu unterstützen. Falorni sagte mit Blick auf Trierweiler: «Ich freue mich über diese freundschaftliche Unterstützung.» Er kritisierte auch, dass sich der Präsident in den Wahlkampf eingemischt habe.

Vertreter der konservativen UMP hielten den Sozialisten eine «Posse» im Elysée-Palast vor, wie der Abgeordnete Eric Ciotti schrieb. Ein anderer sprach von «Dallas» im Präsidentenpalast.

(SDA)

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