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«‹Triton› ist ein Todesurteil für viele Flüchtlinge»

150'000 Flüchtlinge hat Italien mit dem Programm «Mare Nostrum» gerettet, nun läuft es aus. Nachfolger «Triton» konzentriert sich auf Grenzschutz – und wird laut Kritikern für noch mehr Tote sorgen.

Anna Jikhareva
«Triton» ersetzt nicht den Einsatz von «Mare Nostrum»: Menschen in einem Flüchtlingsboot vor Sizilien während einer Rettungsaktion der italienischen Marine. (28. November 2013)
«Triton» ersetzt nicht den Einsatz von «Mare Nostrum»: Menschen in einem Flüchtlingsboot vor Sizilien während einer Rettungsaktion der italienischen Marine. (28. November 2013)
Marina Militare/Handout via Reuters

In der griechischen Mythologie gilt Triton als Kentaur des Meeres – ein Mischwesen aus Mensch und Pferd, der Unterleib dem eines Delfins ähnlich. Der Sohn des Poseidon hat Macht über das Meer, kann die Gewässer wahlweise aufwühlen oder wieder beruhigen. Der mythologischen Symbolwirkung dieses Namens scheint man sich bei der Europäischen Union bewusst zu sein: Gestern lief das unter dem Dach der EU-Grenzschutzagentur Frontex lancierte Projekt «Triton» an – es soll in Zukunft die maritimen Aussengrenzen des Staatenbundes schützen und Flüchtlinge von diesen Grenzen fernhalten. Damit löst es indirekt das italienische Programm «Mare Nostrum» ab, das seit einem Jahr in Seenot geratene Flüchtlinge rettet. Nach einer Übergangszeit von zwei Monaten soll «Mare Nostrum» dann Ende des Jahres auslaufen.

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