Trump bezeichnet Macrons Kritik als «sehr beleidigend»

Frankreichs Präsident hatte das Verteidigungsbündnis als «hirntot» bezeichnet. Der US-Präsident findet die Äusserung respektlos.

Kritische Worte: Frankreichs höchster Mann hat sich in die Nesseln gesetzt. (3. Dezember 2019) Foto: Reuters

Kritische Worte: Frankreichs höchster Mann hat sich in die Nesseln gesetzt. (3. Dezember 2019) Foto: Reuters

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US-Präsident Donald Trump hat die «Hirntod»-Äusserung über die Nato von Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron scharf kritisiert. Die Nato diene «einem grossen Zweck», sagte Trump bei einem Treffen mit Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg am Dienstag in London.

Macrons Aussage sei «sehr beleidigend» und «sehr, sehr bösartig» gegenüber den anderen 28 Mitgliedstaaten der Nato. Trump warnte, dass Frankreich sich vom Bündnis lösen könne. «Niemand braucht die Nato mehr als Frankreich», sagte er vor Beginn des Bündnis-Gipfels. Die Äusserungen Macrons seien «eine sehr gefährliche Erklärung».

Macron hatte der Nato Anfang November den «Hirntod» bescheinigt. Macron begründete dies mit dem «aggressiven» Vorgehen des Nato-Mitglieds Türkei in Nordsyrien und dem nicht abgestimmten Abzug der US-Truppen aus der Region. Der französische Präsident fragte sich gleichzeitig, welche Bedeutung die Beistandsklausel des Nato-Vertrags noch habe, und fand, dass Europa sich auch selbst verteidigen könne.

Der Nato-Gipfel beginnt am Abend mit einem Empfang bei der britischen Königin Elizabeth II. Zu Syrien gibt es am Nachmittag ein Vierer-Treffen mit Macron, der deutschen Kanzlerin Angela Merkel, dem britischen Premierminister Boris Johnson und dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan.

Ansonsten geht es bei dem zweitägigen Gipfel um die Positionierung der Allianz gegenüber Russland und China und den Stand bei der Steigerung der Verteidigungsausgaben. Zudem will das Bündnis den Weltraum zum militärischen Einsatzgebiet erklären. (sda)

Erstellt: 03.12.2019, 13:49 Uhr

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