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«Tsipras bleibt jetzt nur noch Kleinkunst»

Die Griechen haben Alexis Tsipras erneut ihr Vertrauen ausgesprochen. Was wird er mit diesem Sieg machen? Die internationale Presse kommentiert vorsichtig optimistisch.

mlr

Nach dem überraschend klaren Sieg der linken Syriza-Partei soll die Regierungsbildung in Athen schnell vonstattengehen. Bereits einen Tag nach der Wahl soll Syriza-Chef Alexis Tsipras der Auftrag dafür übertragen werden. Tsipras hatte bereits am Sonntagabend ein Bündnis mit seinem bisherigen Koalitionspartner angekündigt, den Unabhängigen Griechen (Anel). Die rechtspopulistische Partei erklärte sich dazu bereit. Die internationale Presse sieht Tsipras unter Druck.

Die konservative Pariser Zeitung «Le Figaro» kommentiert den Sieg der Syriza-Partei: «Die Frage ist, was Alexis Tsipras mit diesem Sieg machen will. Seine Kapitulation vor den Gläubigern hat ihn nicht daran gehindert, sich als charismatischer Führer durchzusetzen, der nahezu eine nationale Einheit hinter einem Rettungsplan vereinen konnte, der ohne jeden Spielraum verhandelt wurde. Da er versprochen hat, ihn zu respektieren – wenn er auch, um etwas Raum für Träume zu lassen, von einigen ‹Grauzonen› spricht –, wäre es beruhigend, wenn er die stabilstmögliche Koalition eingeht. Unser Interesse an dem, was in Griechenland passiert, ist alles andere als abstrakt: Es lässt sich in Milliarden zählen – den 86 Milliarden Euro, die bis 2018 versprochen wurden, zusätzlich zu den 260 Milliarden Euro, die seit 2010 ausgezahlt wurden.»

Die deutsche «Tageszeitung» fragt: «War das Scheitern der Regierung nicht geradezu zwangsläufig angelegt? Alexis Tspiras hat viele Fehler gemacht. Das Referendum gegen die EU-Sparauflagen war so erfolgreich wie fruchtlos. Das Steuersystem ist immer noch ungerecht. Tatsache ist aber auch, dass die Elite innerhalb der EU zu keiner Zeit dazu bereit war, die griechischen Forderungen nach einem Ende der Spirale des Sparens bis ins Elend auch nur ernsthaft zu diskutieren. So blieb einer linken Regierung nur, die alten Rezepte fortzuführen, deren Abschaffung sie sich selbst zum Ziel gesetzt hatte, und die den Patienten noch siecher machen wird, als er ohnehin schon ist. Dass Tsipras am Ende diese durchaus falsche Politik exekutiert hat, ist ihm hoch anzurechnen. Denn die Alternative – eine Rückkehr zur Drachme – hätte für das Land in einem noch furchtbareren Desaster geendet.»

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(AFP)

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