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«Tsipras ist unser Asterix»

Der Theaterregisseur Anestis Azas probt sein neues Stück in den Turbulenzen Athens. Er empfiehlt, das Referendum als Requisite in einem Spiel um Macht zu verstehen.

Mit Anestis Azas sprach Alexandra Kedves
Anestis Azas, 1978 in Thessaloniki geboren, studierte dort und an der Hochschule Ernst Busch in Berlin Theater. In Griechenland wie Deutschland und der Schweiz zeigte er eindrückliche Doktheater-Arbeiten über die Risse in der griechischen und europäischen Gesellschaft.
Anestis Azas, 1978 in Thessaloniki geboren, studierte dort und an der Hochschule Ernst Busch in Berlin Theater. In Griechenland wie Deutschland und der Schweiz zeigte er eindrückliche Doktheater-Arbeiten über die Risse in der griechischen und europäischen Gesellschaft.

Sie proben mitten im Chaos Athens ein Doktheaterprojekt über die Flüchtlingsmisere. Geht das?

Es muss. Schon weil das Thema sonst völlig aus dem Blick gerät. Am 26. Juli ist Premiere, und wir arbeiten diszipliniert, obwohl keiner von uns bis jetzt einen Cent gesehen hat. Athen fühlt sich zur Zeit gespenstisch an; wenn nicht Demo ist, sind viele Strassen wie leer gefegt – Ausnahmezustand. Eigentlich hat der Prozess der Insolvenz längst begonnen, die Banken sind zu, selbst die Rentner kommen nur stückchenweise zu ihrem Geld. Ein wenig halten wir uns vielleicht an unserem straffen Arbeitsplan fest, während rundherum Chaos herrscht. Das ist eine typische Reaktion hier. Panik steigt auf; es ist, als hätte man einen Knoten im Magen, und man tut alles, um den Alltag irgendwie zu meistern. Dass die ausländische Presse dies ab und an als Frivolität oder Blindheit deutet, überrascht schon. Wir versuchen, in katastrophaler Lage beherrscht zu bleiben, was schwer genug ist. Und es stoppt die Insolvenz ja auch nicht, wenn ich bei 36 Grad nicht kurz ins Wasser springe.

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