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Tsipras' Machtpoker

Griechenland steht vor Neuwahlen. Was plant Alexis Tsipras? Schadet ihm die neue Partei der Syriza-Rebellen? Was meinen die Gläubiger? Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Vincenzo Capodici
Viele Griechen stehen hinter ihm: Alexis Tsipras. (Archiv)
Viele Griechen stehen hinter ihm: Alexis Tsipras. (Archiv)
Keystone

Griechenlands Regierungschef Alexis Tsipras tritt zurück, um in einer Neuwahl seine Macht zu festigen. Kann ihm dieser Plan wirklich gelingen? Es ist ein Paradoxon: Tsipras hat sein zentrales Wahlversprechen, das Ende der Austeritätspolitik, gebrochen, dennoch ist er weiterhin der beliebteste Politiker Griechenlands. Offensichtlich wirkt der erst 41-jährige Syriza-Politiker als integrer und vertrauenswürdiger Vertreter der Interessen Griechenlands. Tsipras profitiert immer noch vom Umstand, dass er nicht der alten, teils korrupten Machtelite angehörte. Dazu kommt, dass die für das dritte europäische Hilfsprogramm versprochenen Spar- und Reformmassnahmen die Bevölkerung noch nicht getroffen haben. Der frühere Establishment-Schreck hat sich als Regierungschef zu einem versierten Machtpolitiker entwickelt: Tsipras sorgt für Neuwahlen, bevor die Stimmung kippt. Zudem gibt es zurzeit keinen Politiker, gegen den Tsipras verlieren könnte, weil die griechische Gesellschaft keine Alternative sieht. Das Timing der Neuwahl liegt für Tsipras günstig.

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