Türkei erlässt mehr als 200 Haftbefehle gegen Mitarbeiter

Die Verdächtigen sollen bei den Aufnahmeprüfungen von Kontakten zu Gülen-Anhängern im Ministerium profitiert haben.

Die Regierung von Präsident Recep Tayyip Erdogan wirft der Gülen-Bewegung vor, über Jahre den Staat unterwandert zu haben. (Archiv)

Die Regierung von Präsident Recep Tayyip Erdogan wirft der Gülen-Bewegung vor, über Jahre den Staat unterwandert zu haben. (Archiv) Bild: Keystone

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Die türkische Justiz hat Haftbefehle für fast 250 aktive und frühere Mitarbeiter des Aussenministeriums wegen des Verdachts von Verbindungen zur verbotenen Gülen-Bewegung ausgestellt.

Die 249 Verdächtigen sollen bei den Aufnahmeprüfungen für den Auswärtigen Dienst von Kontakten zu Gülen-Anhängern im Innern des Ministeriums profitiert haben, erklärte die Staatsanwaltschaft in Ankara am Montag. 78 von ihnen seien bereits festgenommen worden.

Wie aus Justizkreisen verlautete, sind nur noch 14 der Gesuchten im Ministerium beschäftigt, während die anderen bereits aus dem Staatsdienst entlassen worden seien. Laut der Staatsanwaltschaft waren die Verdächtigen zwischen 2010 und 2013 in den Auswärtigen Dienst eingetreten. Die Razzien fanden demnach in 42 Städten statt.

Die Regierung von Präsident Recep Tayyip Erdogan wirft der Bewegung des islamischen Predigers Fethullah Gülen vor, über Jahre den Staat unterwandert zu haben. Ihre Anhänger sollen wiederholt die Aufnahmeprüfungen für die Polizei und andere Institutionen manipuliert haben, um Gleichgesinnte im Staatsdienst zu platzieren.

Erdogan macht die religiöse Bruderschaft auch für den gescheiterten Militärputsch von Juli 2016 verantwortlich. Seitdem wurden zehntausende Menschen unter dem Vorwurf der Mitgliedschaft in der als «Terrororganisation» verbotenen Bewegung festgenommen oder aus dem Staatsdienst entlassen.

Auch fast drei Jahre nach dem Umsturzversuch gibt es fast jede Woche neue Razzien gegen mutmassliche Gülen-Anhänger. Hunderte Verdächtige wurden bereits zu langen Haftstrafen verurteilt; zahlreiche weitere Urteile zu dem Putschversuch stehen noch aus. (nag/sda)

Erstellt: 20.05.2019, 14:36 Uhr

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