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Türkisches Militär tötet Kurden bei Luftangriff

Die Armee hat bei einem Luftangriff im Südosten des Landes über 30 Menschen getötet. Die Luftwaffe habe die Schmuggler mit kurdischen Extremisten verwechselt, heisst es.

Sind erschüttert: Bewohner der Region vor den Leichen der toten Kurden.
Sind erschüttert: Bewohner der Region vor den Leichen der toten Kurden.
Keystone

Im vorwiegend kurdischen Südosten der Türkei sind bei einem Luftangriff des Militärs offenbar über 30 Menschen getötet worden. Die prokurdische Partei BDP bezifferte die Zahl der Getöteten auf mindestens 35. Der Gemeindepräsident von Uludere in der Provinz Sirnak, Fehmi Yaman, sprach von 30 Leichen.

«Wir haben hier 30 Leichen, alle sind verbrannt», sagte er. Der Staat habe gewusst, dass diese Leute in der Region schmuggelten. So ein Vorfall sei nicht akzeptabel. Die Nachrichtenagentur Dogan bezifferte die Zahl der Toten auf 20.

Die Luftwaffe soll Schmuggler im Grenzgebiet zum Irak mit kurdischen Extremisten verwechselt haben. Dies sagten örtliche Vertreter.

Von Drohnen identifiziert

Das türkische Militär bestätigte, dass es am Mittwoch Luftangriffe im Nordirak nahe der türkischen Grenze geflogen habe. Der Einsatz habe sich gegen mutmassliche PKK-Anhänger gerichtet. Dort habe es keine Zivilbevölkerung gegeben. Der Vorfall werde nach Berichten über getötete Zivilisten untersucht, erklärte das Militär.

In der Erklärung des Militärs hiess es, mit Wärmebildkameras sei eine Gruppe von PKK-Rebellen am Mittwochabend von Drohnen aus identifiziert worden. Zuvor habe es einen Hinweis gegeben, dass Extremisten Angriffe auf türkische Einrichtungen im Südosten planten.

«Es wurden Bilder von einer Menschenmenge aufgenommen, die vergangene Nacht die Grenze überquerte. Daher hat es einen Einsatz gegeben», hiess es zudem in Sicherheitskreisen. «Wir konnten nicht wissen, ob es sich bei den Menschen um PKK-Anhänger oder Schmuggler handelte.»

Schmuggel weitverbreitet

Türkische Kampfflugzeuge greifen in dem Gebiet regelmässig Ziele an, die militanten Kurden zugerechnet werden. Das Gebiet ist aber auch als Hochburg von Schmugglern bekannt. Schmuggel ist eine wichtige Einnahmequelle für die Menschen entlang der Grenze zum Irak.

Viele Dorfbewohner sind daran direkt oder indirekt beteiligt. Geschmuggelt werden verschiedene Güter wie Zigaretten und Benzin. Auch Anhänger der verbotenen Kurdenpartei PKK überqueren oft die Grenze. Die PKK wird von der Türkei, der Europäischen Union und den USA als terroristische Vereinigung angesehen.

(SDA)

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