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Über diesen Asylbewerber spricht ganz Holland

Der 18-jährige Mauro Manuel füllt die niederländischen Zeitungsspalten. Er soll trotz bester Integration abgeschoben werden. Nun beginnen sogar die mitregierenden Christdemokraten gegen Geert Wilders zu rebellieren.

Wuchs in der Nähe von Wilders Geburtsort auf: Mauro Manuel, hier im Parlament in Den Haag. (30. Oktober 2011)
Wuchs in der Nähe von Wilders Geburtsort auf: Mauro Manuel, hier im Parlament in Den Haag. (30. Oktober 2011)

Die Niederlande kennen dieser Tage nur ein Thema: Die Abschiebung des jungen Asylbewerbers Mauro Manuel aus Angola. Der 18-Jährige lebt seit seinem neunten Lebensjahr bei Pflegeeltern in den Niederlanden, spricht die Landessprache perfekt und spielte im Fussballklub seines Wohnortes Oostrum. Da in Angola Frieden herrscht, soll er des Landes verwiesen werden.

Laut «Die Welt» haben sich in einer Umfrage beinahe drei Viertel der Bevölkerung gegen die Ausweisung des jungen Mannes ausgesprochen. Eine offenbar eindeutige Angelegenheit. Doch auf politischer Ebene legt das Einzelschicksal von Mauro die Konflikte innerhalb der niederländischen Regierung offen.

Gespaltene Christdemokraten

Die Christdemokraten (CDA), welche zusammen mit der rechtsliberalen Partei VVD die Regierung stellen, widmeten am Wochenende den Parteikongress dem Schicksal des 18-Jährigen. Während die Basis mehrheitlich gegen eine Abschiebung ist, spricht sich die Parteispitze dafür aus. Dies liegt zuweilen daran, dass die Minderheitsregierung auf die Unterstützung durch Geert Wilders und seine Rechtspopulisten der PVV angewiesen ist.

Und dieser übt mächtig Druck aus. Wer von seinen rigorosen Vorstellungen der Ausländerpolitik abweicht, wird gnadenlos zurechtgewiesen. Dabei schreckt Wilders weder davor zurück, den christdemokratischen Einwanderungsminister Gerd Leers für liberale Äusserungen zu schelten, noch den Ministerpräsidenten im Parlament anzuschreien.

Abstimmung in Den Haag

Verschiedene CDA-Parlamentarier wollen den Druck Wilders nicht mehr einfach hinnehmen. Am Parteikongress setzten sie sich öffentlich für eine humanere Ausländerpolitik ein, wie die «Zeit» berichtet. Nun muss heute im Haager Parlament über den Fall von Mauro abgestimmt werden.

Mauro will dann dabei sein, wenn über seine Zukunft und sein Schicksal entschieden wird. Vielleicht wird in Den Haag sogar ein Gespräch mit Geert Wilders zustande kommen. Die beiden könnten sich dann austauschen, im Limburger Dialekt, den beide sprechen. Schliesslich wuchs Mauro nur gerade 30 Autominuten von Wilders Geburtsstadt auf.

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