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Über hundert Verletzte bei Protesten in Athen

Die griechischen Abgeordneten haben gestern erneut Sparmassnahmen gebilligt. Der Entscheid führte in ganz Griechenland zu Ausschreitungen. In Athen wurden dabei über hundert Menschen verletzt. Ein Mann starb.

Machen ihrem Ärger Luft: Demonstranten in Athen. (20. Oktober 2011)
Machen ihrem Ärger Luft: Demonstranten in Athen. (20. Oktober 2011)
Keystone
Protest vor der zweiten Abstimmung zu den Sparplänen: Vermummte Demonstranten stürmten die zuvor friedliche Demonstration auf dem Athener Syntagma-Platz. (20. Oktober 2011)
Protest vor der zweiten Abstimmung zu den Sparplänen: Vermummte Demonstranten stürmten die zuvor friedliche Demonstration auf dem Athener Syntagma-Platz. (20. Oktober 2011)
Reuters
Auch Bahnpassagiere sind vom 24-Stunden-Streik betroffen: Das Bahnpersonal kündigte an, die Arbeit nur am Morgen und am Abend niederzulegen. (5. Oktober 2011)
Auch Bahnpassagiere sind vom 24-Stunden-Streik betroffen: Das Bahnpersonal kündigte an, die Arbeit nur am Morgen und am Abend niederzulegen. (5. Oktober 2011)
Keystone
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Das griechische Parlament hat gestern Abend weiteren drastischen Sparmassnahmen zugestimmt. Das umstrittene Sparpaket ist eine Voraussetzung für die Auszahlung einer weiteren Tranche aus dem milliardenschweren Hilfspaket. Ohne sie wäre Griechenland binnen Wochen pleite.

Bereits am Vorabend war der Entwurf in erster Lesung angenommen worden. Am Donnerstagabend verabschiedete das Parlament wie allgemein erwartet den Entwurf. Vor dem Parlament hatte es am Donnerstag heftige Ausschreitungen bei Protesten mit einem Toten und 74 Verletzten gegeben.

Papandreou: Nationale Verantwortung

Vor der Abstimmung am Donnerstag kündigte die ehemalige Arbeitsministerin Louka Katseli an, gegen einen bestimmten Paragrafen stimmen zu wollen. Sie stimmte dem Entwurf insgesamt aber zu, doch Ministerpräsident Giorgos Papandreou schloss sie von der Parlamentsgruppe seiner Partei aus. Durch diesen Schritt verringerte sich seine Parlamentsmehrheit von 154 auf 153. Noch vor zwei Jahren hatte seine Partei eine Parlamentsmehrheit von zehn Sitzen, nun sind es nur noch drei.

Die Verabschiedung sei eine Frage der nationalen Verantwortung angesichts entscheidender Verhandlungen in den kommenden Tagen, erklärte Papandreou zum Ausschluss von Katseli. In zweiter Lesung wurde das Sparpaket dennoch mit 154 zu 133 Stimmen verabschiedet. Es sieht unter anderem Gehaltskürzungen und Entlassungen im öffentlichen Dienst sowie Rentenkürzungen und Steuererhöhungen für alle Griechen vor.

Ein Mann starb an Herzversagen

Unterdessen wurden bei gewaltsamen Auseinandersetzungen vor dem Parlament und in anderen Teilen der griechischen Hauptstadt etwa hundert Menschen verletzt – 74 Demonstranten und 32 Polizisten mussten ärztlich behandelt werden. Ein Mann starb nach Krankenhausangaben an Herzversagen.

dapd/wid/mrs

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