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Ukraine warnt vor Aufflammen der Kämpfe

Die Gefechte im Osten haben abgenommen. Doch die Ukraine fürchtet sich vor neuen Truppen im Land. Und auch andere Staaten fühlen sich bedroht.

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Auch das Baltikum fühlt sich bedroht: Ein Lager in Rostow, Russland, nur unweit der ukrainischen Grenze. (23.05.2015)
Auch das Baltikum fühlt sich bedroht: Ein Lager in Rostow, Russland, nur unweit der ukrainischen Grenze. (23.05.2015)
AFP

Die Ukraine hat davor gewarnt, dass im Osten des Landes die Kämpfe mit pro-russischen Separatisten in den kommenden Monaten wieder aufflammen könnten. Russland soll Truppen in den Osten seines Nachbarlandes verlegt haben.

Dies sagte der ukrainische Verteidigungsminister Stepan Poltorak im litauischen Panevezys auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit seinen baltischen Kollegen. Eine grosse Anzahl von Panzern und Artillerie sei in die Region gebracht worden. Auf dem Gebiet um die Städte Luhansk und Donezk hielten sich Einheiten der russischen Streitkräfte auf. «Deshalb sehen wir das Risiko, dass die Kämpfe wieder beginnen», sagte der Minister.

Seit im Februar im Zuge des Minsker Abkommens eine Waffenruhe vereinbart wurde, haben die Gefechte nachgelassen. Immer wieder kommt es allerdings zu Scharmützeln zwischen Rebellen und ukrainischen Soldaten. Beide Seiten werfen einander vor, die Waffenruhe zu brechen.

Russland hat wiederholt Vorwürfe der Regierung in Kiew und westlicher Staaten zurückgewiesen, es unterstütze die Rebellen auch militärisch.

Baltikum fühlt sich bedroht

Angesichts der Rolle Russlands im Ukraine-Konflikt wollen die baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen ein gemeinsames System zur Verteidigung ihres Luftraums entwickeln.

Es gehe um «Luftverteidigung mittlerer Reichweite zur Stärkung der Abwehrkapazitäten», teilte Litauens Verteidigungsminister Juozas Olekas am Donnerstag nach einem Treffen mit seinen baltischen Kollegen in Panevezys im Norden des Landes mit. «Die äusseren Bedrohungen drängen uns zu mehr Kooperation», führte er aus.

Der estnische Minister Sven Mikser warnte, Russlands Staatschef Wladimir Putin wolle einen «mehrdimensionalen Konflikt» mit dem Westen provozieren - etwa im Informations- und Wirtschaftsbereich. Er habe zudem «bewiesen, dass er auch zu militärischem Vorgehen bereit ist».

Der lettische Minister Raimonds Vejonis ergänzte seinerseits: «Auch wenn die Gefahr einer militärischen Aggression gering ist, wissen wir, wie wichtig es ist, stark zu bleiben.»

Die baltischen Staaten wünschen sich eine permanente Stationierung von NATO-Truppen auf ihrem Staatsgebiet und wollen dafür bis zum Gipfeltreffen der Allianz im kommenden Jahr in Warschau intensiv werben. Die Ukraine wollen sie unterstützen, indem sie die Armee beraten und Soldaten ausbilden.

(SDA)

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