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Ukrainische Armee erobert Mariupol

Mit Hilfe von Panzern und anderen schweren Waffen hat die ukrainische Armee offenbar die Kontrolle über die Grossstadt Mariupol wieder erlangt. Auch andernorts gingen die Kämpfe weiter – und forderten Tote.

Präsident Proroschenko spricht von einem «heldenhaften Kampf der ukrainischen Armee»: Einwohner Mariupols strömen an einen Ort, an dem zuvor ein Gefecht stattgefunden hat und wo ein rauchender Panzer der prorussischen Separatisten zurück geblieben ist. (13. Juni 2014)
Präsident Proroschenko spricht von einem «heldenhaften Kampf der ukrainischen Armee»: Einwohner Mariupols strömen an einen Ort, an dem zuvor ein Gefecht stattgefunden hat und wo ein rauchender Panzer der prorussischen Separatisten zurück geblieben ist. (13. Juni 2014)
Evgeniy Maloletka, Ex-Press
Ein Mann betrachtet einen ausgebrannten Lastwagen der prorussischen Kämpfer der «Volksrepublik Donezk». (13. Juni 2014)
Ein Mann betrachtet einen ausgebrannten Lastwagen der prorussischen Kämpfer der «Volksrepublik Donezk». (13. Juni 2014)
Daniel Mihailescu, AFP
Einige Tage zuvor waren die Separatisten noch Herren über ihre Barrikaden. (9. Juni 2014)
Einige Tage zuvor waren die Separatisten noch Herren über ihre Barrikaden. (9. Juni 2014)
Daniel Mihailescu
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Bei schweren Gefechten in der Ukraine haben Regierungseinheiten nach eigenen Angaben die prorussischen Separatisten aus dem Zentrum der Grossstadt Mariupol vertrieben. Die Armee habe Granatwerfer und gepanzerte Fahrzeuge eingesetzt. Mindestens fünf Aufständische seien getötet und vier Soldaten verletzt worden, teilte Innenminister Arseni Awakow am Freitag mit. «Über dem Rathaus weht wieder die ukrainische Flagge», sagte er.

Örtliche Medien berichteten, dass sich viele Bürger in Mariupol in Kellern in Sicherheit gebracht hätten. «Der Anti-Terror-Einsatz begann im Morgengrauen und dauert an», sagte Awakow.

Russland fordert Dialog

Russland kritisierte die Offensive scharf. Statt blutiger Gefechte sei ein Dialog nötig, sagte Moskaus Botschafter bei der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), Andrej Kelin.

Bei Kämpfen im Gebiet Donezk erlitten die militanten Gruppen dem Verteidigungsministerium zufolge bedeutende Verluste. So seien bei Stepanowka am Vortag mehr als 40 Separatisten getötet worden.

Wegen der andauernden Kämpfe ordnete der ukrainische Präsident Petro Poroschenko den vorübergehenden Umzug der Gebietsverwaltung von der Separatistenhochburg Donezk, wo zahlreiche Gebäude besetzt sind, ins «befreite» Mariupol an. «Der heldenhafte Kampf der ukrainischen Armee hat die Lage in Mariupol stabilisiert», teilte der Staatschef mit.

Gebietsstreifen unter Kontrolle gebracht

An der Grenze zu Russland brachten ukrainische Regierungseinheiten nach eigenen Angaben einen rund 120 Kilometer langen Gebietsstreifen unter ihre Kontrolle, den die Grenztruppen aufgegeben hatten. Jedoch sei ein rund 184 Kilometer langer Streifen weiter in der Gewalt der Separatisten, räumte Pawel Schischolin von den Grenztruppen ein.

Experten in Kiew schliessen nicht aus, dass über diesen Abschnitt aus Russland Waffen an die Aufständischen geliefert werden könnten. Der neue ukrainische Präsident Poroschenko hatte sich am Vortag bei einem Telefonat mit Kremlchef Wladimir Putin über das angebliche Eindringen russischer Panzer auf ukrainisches Staatsgebiet beschwert.

Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen zeigte sich «besorgt»: «Wir haben Berichte gesehen, dass russische Panzer und bewaffnete Fahrzeuge die Grenze zum Osten der Ukraine überschritten haben könnten», erklärte Rasmussen. «Wenn sich diese Berichte bestätigen, würde das eine ernste Eskalation der Krise in der Ostukraine bedeuten.» Beobachter verwiesen darauf, dass es sich durchaus auch um erbeutete Panzer aus ukrainischen Beständen handeln könnte.

Grenzzaun vorgeschlagen

Der Gouverneur von Dnjepropetrowsk, der Milliardär Igor Kolomoiski, schlug derweil den Bau eines 1920 Kilometer langen Elektrozauns mit Stacheldraht und Minen an der gemeinsamen Grenze zu Russland vor. Das rund 100 Millionen Euro teure Projekt sei nötig, um die «aggressive Politik gegenüber der Ukraine» zu stoppen, sagte Kolomoiski.

Der russlandkritische Oligarch zählt zu den reichsten Männern der Ukraine. Er war im März von der prowestlichen Führung in Kiew als Gouverneur eingesetzt worden.

Die EU-Kommission hat derweil 250 Millionen Euro Finanzhilfe für die Ukraine freigegeben. Damit könne Kiew Justiz- oder Verwaltungsreformen finanzieren, teilte die Behörde in Brüssel mit. Die EU gibt der Ukraine insgesamt elf Milliarden Euro Finanzhilfe, davon stehen 355 Millionen Euro für die Stärkung staatlicher Institutionen zur Verfügung.

SDA/rub

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