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Ukrainische Truppen beginnen Offensive auf Donezk

60 Kilometer von der Absturzstelle von Flug MH 17 entfernt wird erbittert um die Stadt Donezk gekämpft. Die Untersuchung der Absturzstelle kommt durch die Gewalt nicht in Gang.

Rücken auf die Stadt Donezk vor: Ukrainische Soldaten in der Nähe der Stadt Artemowsk. (25. Juli 2014)
Rücken auf die Stadt Donezk vor: Ukrainische Soldaten in der Nähe der Stadt Artemowsk. (25. Juli 2014)
AFP

Die ukrainischen Regierungstruppen haben eine Offensive gegen die Separatistenhochburg Donezk gestartet. Die Soldaten seien bereits bis vor die Ortschaft Horliwka nördlich der Provinzhauptstadt vorgerückt, sagte der nationale Sicherheitssprecher Andrej Lysenko. Nur 60 Kilometer weiter östlich liegt der Absturzort der abgeschossenen Malaysia-Airlines-Maschine, wo wegen der Kämpfe in der Gegend bisher noch keine umfassende Untersuchung möglich war.

Die Hoffnungen auf ein baldiges Ende der Gefechte waren gering. Denn die Eine-Million-Einwohner-Stadt Donezk ist eines der Zentren des monatelangen separatistischen Aufstandes in der Ostukraine. Aufständische hatten dort ihre eigene Volksrepublik ausgerufen. Nach der Einnahme von Horliwka «ist die direkte Route für die Truppen der Anti-Terror-Operation in die Hauptstadt der Region Donbass offen - die Stadt Donezk», sagte Lysenko.

Die Autobahn nördlich von Donezk war noch von Rebellen blockiert, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur AP sehen konnte. Weiter im Norden war Artilleriefeuer zu hören und auch am umkämpften Flughafen gab es Explosionen. Aus dem Donezker Vorort Jakowlika stieg schwarzer Rauch auf.

Russland wird verantwortlich gemacht

Die Eltern eines der Absturzopfer schlugen sich aber durch die Separatistengebiete durch und sahen sich die weitgehend menschenleere Absturzstelle an. «Fatima war für den Frieden. Sie wird immer für den Frieden sein», sagten Jerzy Dyczynski und Angela Rudhart-Dyczynski auf dem Feld nahe der Ortschaft Grabowo über ihre 25-jährige Tochter.

An der weitläufigen Absturzstelle lagen immer noch Leichen- und Wrackteile verstreut. Die letzten der bisher geborgenen Opfer wurden in die Niederlande ausgeflogen, wo sie identifiziert und untersucht werden sollen. Von wie vielen Menschen sich die sterblichen Überreste in den insgesamt 227 nach Eindhoven gebrachten Särgen befinden, muss erst von Experten geklärt werden. Insgesamt waren 298 Menschen an Bord der Maschine, als diese nach Angaben der USA und der Ukraine aus den Separatistengebieten mit einer Rakete abgeschossen wurde.

Russland wird vom Westen für die Bewaffnung der Rebellen verantwortlich gemacht und damit letztlich indirekt auch für den Abschuss des Flugzeugs. Gestern sollen zudem von russischem Territorium aus Artilleriegeschosse auf die Ukraine abgefeuert worden sein und das Pentagon warf Russland vor, schwere Artillerie über die Grenze zu bewegen.

Einreiseverbote und Kontosperrungen

Das russische Aussenministerium beschuldigte die USAam Samstag einer «unablässigen Schmierkampagne gegen Russland, bei der sie sich immer mehr auf Lügen stützen». Russland verurteilte auch die jüngste Sanktionsrunde der Europäischen Union. Die Strafmassnahmen gegen russische Vertreter gefährdeten den Kampf gegen den internationalen Terrorismus, erklärte das russische Aussenministerium.

Sie zeigten zudem, dass sich die EU vollständig «von der gemeinsamen Arbeit mit Russland bei der internationalen und regionalen Sicherheit» abwende. Dazu gehöre auch «der Kampf gegen die Verbreitung von Massenvernichtungswaffen, Terrorismus (und) organisiertes Verbrechen», hiess es. Man sei sich sicher, «dass die (Sanktions-)Entscheidungen von internatonalen Terroristen mit Begeisterung begrüsst werden».

Die gestern bekanntgegebenen EU-Sanktionen sehen Einreiseverbote und Kontensperrungen für 15 Personen vor, darunter der Chef des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB, sein Abteilungsleiter für internationale Operationen sowie vier Mitglieder des nationalen Sicherheitsrats.

AP/ajk

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