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Ukrainisches Militär meldet Abschuss einer russischen Drohne

Während sich Angela Merkel zwei Stunden lang am Telefon mit Wladimir Putin und Petro Poroschenko beriet, soll eine unbemannte Drohne die ukrainische Grenzregion ausspioniert haben.

«Wir reden, sie töten»: Ukrainische Soldaten und Zivilisten fordern in Kiew ein Ende der Waffenruhe. (29. Juni 2014)
«Wir reden, sie töten»: Ukrainische Soldaten und Zivilisten fordern in Kiew ein Ende der Waffenruhe. (29. Juni 2014)

Die ukrainische Luftabwehr hat nach eigenen Angaben ein unbemanntes russisches Aufklärungsflugzeug über der Ostukraine abgeschossen. Die Drohne habe am Sonntagnachmittag die Grenzregion Lugansk ausspioniert, bevor sie von der Luftabwehr zum Absturz gebracht worden sei, berichtete der Militärexperte Dmitri Tymtschuk in Kiew.

Der Grenzschutz in Kiew teilte mit, dass von russischer Seite weiterhin Militärtechnik unerlaubt auf ukrainisches Gebiet gelange. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums gelang es dem Militär, am Samstag einen russischen T-64-Panzer in seinen Besitz zu bringen.

Soldaten fordern Ende der Waffenruhe

Ukrainische Soldaten haben Präsident Petro Poroschenko derweil aufgerufen, die Waffenruhe im Osten des Landes zu beenden. Hunderte Mitglieder einer in der Krisenregion stationierten Einheit demonstrierten am Sonntag vor dem Sitz des Staatsoberhaupts in Kiew. Sie forderten Poroschenko auf, ihnen die Erlaubnis für Kampfhandlungen gegen die Aufständischen zu geben, sobald die Waffenruhe ausläuft.

Gleichentags haben die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident François Hollande am Telefon mit den Staatschefs Russlands und der Ukraine, Wladimir Putin und Petro Poroschenko, über den Ukraine-Konflikt gesprochen.

Merkel und Hollande hätten in dem mehr als zweistündigen Gespräch die «konkreten Fortschritte bei der Stabilisierung der Sicherheitslage» in der Ostukraine gewürdigt, teilte der Elysée-Palast in Paris mit. Sie hätten zudem die beim EU-Gipfel am vergangenen Freitag gestellten Forderungen bekräftigt und verlangt, dass diese bis Montag erfüllt würden.

Zweites OSZE-Team wird ausgeflogen

Die Staats- und Regierungschefs der EU hatten Russland auf ihrem Gipfel am Freitag eine Frist bis Montag zur Entspannung der Lage in der Ostukraine gesetzt. Zu den Forderungen gehörten die Freilassung der von prorussischen Separatisten gefangen gehaltenen OSZE-Beobachter sowie weiterer Geiseln, aber auch Verhandlungen über den Friedensplan von Präsident Poroschenko.

Zudem verlangte der EU-Gipfel die Rückgabe von drei Grenzposten an die Ukraine sowie eine Einigung auf eine Kontrolle der Waffenruhe und auf eine Überwachung der ukrainisch-russischen Grenze unter Aufsicht der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE). Sollte Moskau die Lage bis Montag nicht entschärfen, könnten «bedeutende» Sanktionen verhängt werden, hiess es.

Poroschenko hatte die Frist für die Waffenruhe in der Ostukraine bis Montag (21.00 Uhr MESZ) verlängert. Die gefangen genommenen OSZE-Mitarbeiter wurden inzwischen freigelassen. Die vier Beobachter werden in einem vom Schweizer Vorsitz gecharterten Jet in die österreichische Hauptstadt Wien gebracht, teilte die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) am Sonntag mit.

Bereits vor dem EU-Gipfel hatte es ein Vierer-Telefongespräch zwischen Merkel, Hollande, Putin und Poroschenko gegeben. Nach Angaben aus Kiew soll diese Gesprächsrunde am Montag erneut stattfinden.

sda/AP/fko

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