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UNO-Umweltexperte: «Diese Subventionen sind pervers»

Der Leiter des UNO-Umweltprogramms (Unep), Achim Steiner, verlangt eine rigorose Wende in der Wirtschaftspolitik für einen besseren Artenschutz. Viele Subventionen würden überhaupt keinen Sinn machen.

«Fehlgeleitete Wirtschaftspolitik»: Achim Steiner kritisiert die Milliarden-Investitionen in die Fischerei-Industrie.
«Fehlgeleitete Wirtschaftspolitik»: Achim Steiner kritisiert die Milliarden-Investitionen in die Fischerei-Industrie.
Keystone

Achim Steiner, ranghöchster Deutscher bei den Vereinten Nationen prangert zum Teil «perverse Subventionen» an. Der «Neuen Osnabrücker Zeitung» sagte Steiner: «Es gibt viele Subventionen, die unter dem Prinzip Nachhaltigkeit wenig Sinn machen.» Dazu zählten Gelder für die Landwirtschaft in Höhe von weltweit rund 215 Milliarden Euro.

Auch beim Verbrauch fossiler Brennstoffe sei es ein falscher Anreiz, «dass pro Jahr weltweit bis zu 360 Milliarden Euro an Subventionen für den Verbrauch von Diesel, Benzin und Brennstoffen fliessen». Steiner: «Leider betrachtet unsere Wirtschaftspolitik Natur immer noch als Füllhorn, das nie zu Ende geht. Das ist ein grosser Fehler.»

«Bestand ist längst überfischt»

Als krasses Beispiel für eine «fehlgeleitete Wirtschaftspolitik» nannte Steiner die Fischerei: «Jährlich werden weltweit rund 20 Milliarden Euro in die Fischerei-Industrie gesteckt.» Das Geld fliesse aber nicht in den Erhalt des Fischbestands. Stattdessen werde die Fischereiflotte subventioniert, «obwohl klar ist, dass der Bestand längst überfischt ist. Die klientelorientierte Wirtschaftspolitik bedeutet für uns alle eine viel höhere Rechnung», sagte Steiner.

(dapd)

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