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«Unser Volk wird mit Nein stimmen»

Bald stimmt Griechenland ab – und das Resultat sei zu akzeptieren, wie auch immer es ausfalle, sagt Alexis Tsipras. Die Opposition ist empört und spricht von einem «Putsch im Parlament».

Von Christiane Schlötzer, Athen
Interview in Athen: Alexis Tsipras (r.) verbindet seine politische Zukunft mit dem Referendum vom 5. Juli. (29. Juni 2015)
Interview in Athen: Alexis Tsipras (r.) verbindet seine politische Zukunft mit dem Referendum vom 5. Juli. (29. Juni 2015)
Keystone
Die Banken sind zu: Die Griechen dürfen nur 60 Euro am Tag am Bancomat abheben. (28. Juni 2015)
Die Banken sind zu: Die Griechen dürfen nur 60 Euro am Tag am Bancomat abheben. (28. Juni 2015)
Angelos Tzortzinis, AFP
Die Banken sind ab morgen zu: Die Griechen dürfen nur 100 Euro am Tag am Bancomat abheben. (28. Juni 2015)
Die Banken sind ab morgen zu: Die Griechen dürfen nur 100 Euro am Tag am Bancomat abheben. (28. Juni 2015)
Aris Messinis, AFP
Starke Reaktionen: Mitglieder linker Parteien demonstrieren in Thessaloniki, während sie eine Flagge der EU verbrennen. (28. Juni 2015)
Starke Reaktionen: Mitglieder linker Parteien demonstrieren in Thessaloniki, während sie eine Flagge der EU verbrennen. (28. Juni 2015)
AP Photo/Giannis Papanikos
«Bankeinlagen, Löhne und Pensionen sind sicher»: Der griechische Regierungschef Alexis Tsipras hält eine Fernsehansprache. (28. Juni 2015)
«Bankeinlagen, Löhne und Pensionen sind sicher»: Der griechische Regierungschef Alexis Tsipras hält eine Fernsehansprache. (28. Juni 2015)
Keystone
Von einer Krisensitzung zur nächsten: Finanzminister Giannis Varoufakis geht zu seinem Motorrad vor dem Maximos Mansion des Premierministers in Athen.  (28. Juni 2015)
Von einer Krisensitzung zur nächsten: Finanzminister Giannis Varoufakis geht zu seinem Motorrad vor dem Maximos Mansion des Premierministers in Athen. (28. Juni 2015)
AP Photo/Daniel Ochoa de Olza
Medienauflauf: Journalisten stehen vor dem Präsidentenpalast in Athen, in dem Oppositionsführer Antonis Samaras von Staatschef Prokopis Pavlopoulos empfangen wird. (28. Juni 2015)
Medienauflauf: Journalisten stehen vor dem Präsidentenpalast in Athen, in dem Oppositionsführer Antonis Samaras von Staatschef Prokopis Pavlopoulos empfangen wird. (28. Juni 2015)
EPA/Alexandros Vlachos
Anstehen für Bargeld: Wir hier in Athen warten landesweit viele Griechen an Bankomaten, um sich mit Barreserven einzudecken. (28. Juni 2015)
Anstehen für Bargeld: Wir hier in Athen warten landesweit viele Griechen an Bankomaten, um sich mit Barreserven einzudecken. (28. Juni 2015)
Angelos Tzortzinis, AFP
Bankenschliessung geplant: Finanzminister Gianis Varoufakis erwägt die Einführung von Kapitalverkehrskontrollen sowie eine Schliessung der Banken am Montag. (28.Juni)
Bankenschliessung geplant: Finanzminister Gianis Varoufakis erwägt die Einführung von Kapitalverkehrskontrollen sowie eine Schliessung der Banken am Montag. (28.Juni)
Keystone
A man carries a load of mesh crates, as he walks trough central Athens on the early hours of Sunday, June 28, 2015. Germany's vice chancellor says that a Greek referendum on the bailout talks could in principle make sense, but notes that it should be clear to voters what they will be deciding on.(AP Photo/Daniel Ochoa de Olza)
A man carries a load of mesh crates, as he walks trough central Athens on the early hours of Sunday, June 28, 2015. Germany's vice chancellor says that a Greek referendum on the bailout talks could in principle make sense, but notes that it should be clear to voters what they will be deciding on.(AP Photo/Daniel Ochoa de Olza)
Keystone
Der Rat der Europäische Zentralbank (EZB) kommt am 28. Juni zu einer Krisensitzung zu Griechenland zusammen. Die EZB muss entscheiden, ob sie die griechischen Banken weiter mit Notkrediten versorgt.
Der Rat der Europäische Zentralbank (EZB) kommt am 28. Juni zu einer Krisensitzung zu Griechenland zusammen. Die EZB muss entscheiden, ob sie die griechischen Banken weiter mit Notkrediten versorgt.
Keystone
Ungeachtet heftiger Kritik der Eurostaaten stimmte das griechische Parlament den Plänen von Alexis Tsipras zu, am 5. Juli ein Referendum über die Gläubiger-Forderungen abzuhalten.
Ungeachtet heftiger Kritik der Eurostaaten stimmte das griechische Parlament den Plänen von Alexis Tsipras zu, am 5. Juli ein Referendum über die Gläubiger-Forderungen abzuhalten.
Keystone
Die griechischen Parlamentarier applaudieren ihrem Ministerpräsidenten Alexis Tsipras (vorne rechts) nach seiner Rede zu. (27. Juni 2015)
Die griechischen Parlamentarier applaudieren ihrem Ministerpräsidenten Alexis Tsipras (vorne rechts) nach seiner Rede zu. (27. Juni 2015)
Simela Pantzartzi, Keystone
EU-Parlamentspräsident Martin Schulz wirft der griechischen Regierung vor, die Verwantwortung ans Volk abzuschieben.
EU-Parlamentspräsident Martin Schulz wirft der griechischen Regierung vor, die Verwantwortung ans Volk abzuschieben.
Stephanie Lecocq/EPA
Der französische Finanzminister Michel Sapin stärkt Griechenland den Rücken: «Griechenland bleibt im Euro, das ist seine Bestimmung. Niemand will einen Austritt Griechenlands aus der Eurozone.»
Der französische Finanzminister Michel Sapin stärkt Griechenland den Rücken: «Griechenland bleibt im Euro, das ist seine Bestimmung. Niemand will einen Austritt Griechenlands aus der Eurozone.»
John Thys, AFP
Giannis Varoufakis warnte die Eurogruppe vor «dauerhaftem Schaden», sagte aber auch, Griechenland werde «bis zum letzten Moment am Dienstag um eine Lösung kämpfen.»
Giannis Varoufakis warnte die Eurogruppe vor «dauerhaftem Schaden», sagte aber auch, Griechenland werde «bis zum letzten Moment am Dienstag um eine Lösung kämpfen.»
John Thys, AFP
Die Länder der Eurozone lehnen eine Verlängerung des Rettungspakets für Griechenland ab. Athen muss am Dienstag, 30. Juni, 1,5 Milliarden Euro Schulden an den IWF zurückzahlen.
Die Länder der Eurozone lehnen eine Verlängerung des Rettungspakets für Griechenland ab. Athen muss am Dienstag, 30. Juni, 1,5 Milliarden Euro Schulden an den IWF zurückzahlen.
Olivier Hoslet/EPA
Überall, wie hier in Thessaloniki, standen Griechen in langen Schlangen, um Geld vom Bankomat zu beziehen.
Überall, wie hier in Thessaloniki, standen Griechen in langen Schlangen, um Geld vom Bankomat zu beziehen.
Sakis Mitrolidis, AFP
«Bargeldbezüge sind im Moment nicht möglich»: Diese Nachricht flimmerte heute Morgen vielen Griechen entgegen.
«Bargeldbezüge sind im Moment nicht möglich»: Diese Nachricht flimmerte heute Morgen vielen Griechen entgegen.
Sakis Mitrolidis, AFP
Die Zeitungen sind nach der Ankündigung von Tsipras begehrt.
Die Zeitungen sind nach der Ankündigung von Tsipras begehrt.
Angelo Tzortzinis, Keystone
Setzt ein Referendum auf den 5. Juli an: Der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras, hier in Brüssel. (26. Juni 2015)
Setzt ein Referendum auf den 5. Juli an: Der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras, hier in Brüssel. (26. Juni 2015)
Geert Vanden Wijngaert, Keystone
Soll sich bereit erklärt haben, den Beitrag des Staatshaushalts an die Renten zu kürzen: Der griechische Premierminister Alexis Tsipras am EU-Gipfel in Brüssel. (26. Juni 2015)
Soll sich bereit erklärt haben, den Beitrag des Staatshaushalts an die Renten zu kürzen: Der griechische Premierminister Alexis Tsipras am EU-Gipfel in Brüssel. (26. Juni 2015)
Geert Vanden Wijngaert, Keystone
Am Freitag zeichnet sich eine Annäherung zwischen Griechenland und den Gläubigern ab. Eine Programm-Verlängerung und weitere Zahlungen scheinen möglich.
Am Freitag zeichnet sich eine Annäherung zwischen Griechenland und den Gläubigern ab. Eine Programm-Verlängerung und weitere Zahlungen scheinen möglich.
Geert Vanden Wijgaert/AP
EU-Finanzminister verärgert: Beim Krisentreffen am Mittwochabend liess Griechenland die Gespräche mit den Ministern ins Leere laufen.
EU-Finanzminister verärgert: Beim Krisentreffen am Mittwochabend liess Griechenland die Gespräche mit den Ministern ins Leere laufen.
Keystone
Schwerer Weg zu Kompromiss: Knackpunkt bei den Gesprächen ist die IWF-Forderung nach zusätzlichen Haushaltskürzungen. Athen will die Auflagen von EU, EZB und IWF dagegen mit Steuererhöhungen erfüllen. (24. Juni)
Schwerer Weg zu Kompromiss: Knackpunkt bei den Gesprächen ist die IWF-Forderung nach zusätzlichen Haushaltskürzungen. Athen will die Auflagen von EU, EZB und IWF dagegen mit Steuererhöhungen erfüllen. (24. Juni)
Keystone
Eine Einigung im griechischen Schuldenstreit ist doch noch möglich. Am Mittwoch treffen sich die Euro-Finanzminister, Tsipras spricht mit der EU-Spitze (26. Juni) In Athen demonstrierten 10'000 gegen die Pläne.
Eine Einigung im griechischen Schuldenstreit ist doch noch möglich. Am Mittwoch treffen sich die Euro-Finanzminister, Tsipras spricht mit der EU-Spitze (26. Juni) In Athen demonstrierten 10'000 gegen die Pläne.
Keystone
Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem hält eine Einigung noch in dieser Woche für möglich.
Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem hält eine Einigung noch in dieser Woche für möglich.
Olivier Hoslet, Keystone
Rät den Griechen, sich ein Vorbild an Spanien, Portugal und Irland zu nehmen: Die litauische Präsidentin Dalia Grybauskaite, hier nach ihrer Wiederwahl in Vilnius. (25. Mai 2014)
Rät den Griechen, sich ein Vorbild an Spanien, Portugal und Irland zu nehmen: Die litauische Präsidentin Dalia Grybauskaite, hier nach ihrer Wiederwahl in Vilnius. (25. Mai 2014)
Mindaugas Kulbis, Keystone
Es gebe keine Vorschläge aus Athen, die «seriös» geprüft werden könnten: Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble trifft zur Versammlung der Finanzminister der Eurogruppe in Brüssel ein. (22. Juni 2015)
Es gebe keine Vorschläge aus Athen, die «seriös» geprüft werden könnten: Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble trifft zur Versammlung der Finanzminister der Eurogruppe in Brüssel ein. (22. Juni 2015)
Michel Euler, Keystone
Der griechische Ministerpräsident ist laut Medienberichten zu zahlreichen Reformen bereit: EU-Kommissionspräsident begrüsst Alexis Tsipras vor dem Gipfel in Brüssel. (22. Juni 2015)
Der griechische Ministerpräsident ist laut Medienberichten zu zahlreichen Reformen bereit: EU-Kommissionspräsident begrüsst Alexis Tsipras vor dem Gipfel in Brüssel. (22. Juni 2015)
Olivier Hoslet, Keystone
Lachend in die Verhandlungen mit den Geldgebern: Der griechische Premierminister Alexis Tsipras winkt Anhängern beim Verlassen seines Amtssitzes in Athen. (21. Juni 2015)
Lachend in die Verhandlungen mit den Geldgebern: Der griechische Premierminister Alexis Tsipras winkt Anhängern beim Verlassen seines Amtssitzes in Athen. (21. Juni 2015)
Yorgos Karahalis, Keystone
Besprach sich mit Russlands Präsident Putin: Der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras flog am 19. Juni nach St. Petersburg.
Besprach sich mit Russlands Präsident Putin: Der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras flog am 19. Juni nach St. Petersburg.
Keystone
Die Griechen heben immer mehr Gelder von ihren Bankkonten ab: Eine Frau geht in Athen an einem Graffiti mit dem Titel «Tod des Euro» des französischen Strassenkünstlers Goin vorüber. (19. Juni 2015)
Die Griechen heben immer mehr Gelder von ihren Bankkonten ab: Eine Frau geht in Athen an einem Graffiti mit dem Titel «Tod des Euro» des französischen Strassenkünstlers Goin vorüber. (19. Juni 2015)
Aris Messinis, AFP
Im Zentrum des Schuldenpokers: Der griechische Finanzminister Giannis Varoufakis (r.) am Finanzminister-Gipfel der Eurozone in Luxemburg. (18. Juni 2015)
Im Zentrum des Schuldenpokers: Der griechische Finanzminister Giannis Varoufakis (r.) am Finanzminister-Gipfel der Eurozone in Luxemburg. (18. Juni 2015)
Virginia Mayo, Keystone
Müssen immer grössere Hilfen für Griechenland bereitstellen: EZB-Chef Mario Draghi (l.) und EU-Wirtschaftskommissar Pierre Moscovici am Finanzminister-Gipfel der Eurozone in Luxembourg. (18. Juni 2015)
Müssen immer grössere Hilfen für Griechenland bereitstellen: EZB-Chef Mario Draghi (l.) und EU-Wirtschaftskommissar Pierre Moscovici am Finanzminister-Gipfel der Eurozone in Luxembourg. (18. Juni 2015)
Julien Warnand, Keystone
Dem Internationalen Währungsfonds (IWF) wurde eine zu harte Haltung vorgeworfen: Die IWF-Chefin Christine Lagarde im Gespräch mit Varoufakis.
Dem Internationalen Währungsfonds (IWF) wurde eine zu harte Haltung vorgeworfen: Die IWF-Chefin Christine Lagarde im Gespräch mit Varoufakis.
Virginia Mayo, Keystone
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Nach der überraschenden Ankündigung von Premier Alexis Tsipras, Griechenland werde in einem Referendum über die Vorschläge der Kreditgeber zur Rettung des Landes vor der Staatspleite entscheiden, hat ein Teil des Volkes in der Nacht schon mit den Füssen abgestimmt. Vor vielen Bankautomaten bildeten sich bis zum frühen Morgen Schlangen. Am Morgen sind einige der Automaten schon leer. Das Konsilium der griechischen Notenbank wird am Sonntag zu einer Krisensitzung zusammentreten. Dabei dürfte es auch um die Frage gehen, ob die griechischen Banken am Montag noch öffnen können.

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