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US-Spionageflugzeug floh vor Russen

Ein Aufklärungsflugzeug der amerikanischen Luftwaffe ist in den schwedischen Luftraum eingedrungen – ohne Erlaubnis. Ein russischer Abfangjäger verfolgte die Maschine.

Auf Spionagemission: Eine Boeing RC-135 der US-Luftwaffe.
Auf Spionagemission: Eine Boeing RC-135 der US-Luftwaffe.
US-Luftwaffe, Reuters
Das Aufklärungsflugzeug steht seit den 1980er-Jahren im Dienst der US-Luftwaffe: Eine Boeing RC-135 im Flug.
Das Aufklärungsflugzeug steht seit den 1980er-Jahren im Dienst der US-Luftwaffe: Eine Boeing RC-135 im Flug.
Getty Images/US-Luftwaffe/Greg Davis
Russland hat ein grosses Militärmanöver angekündigt: Russische Jets über dem Kreml in Moskau. (3. Mai 2014)
Russland hat ein grosses Militärmanöver angekündigt: Russische Jets über dem Kreml in Moskau. (3. Mai 2014)
Tatyana Makeyeva, Reuters
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Der Vorfall ereignete sich einen Tag nach dem Absturz von Flug MH 17 in der Ukraine: Am 18. Juli flog ein Überwachungsflugzeug der amerikanischen Luftwaffe von der Ostsee her über die schwedische Insel Gotland hinweg. Dabei drang die US-Maschine unerlaubterweise in den Luftraum über Schweden ein, wie die schwedische Zeitung «Svenska Dagbladet» berichtete und das US-Aussenministerium inzwischen gegenüber dem Nachrichtensender CNN bestätigte.

Bei der US-Maschine handelte es sich um eine Boeing RC-135 Rivet Joint. Der vierstrahlige Jet ist für elektronische Abhöraktionen ausgerüstet – und befand sich auf einer gegen Russland gerichteten Mission. Nach inoffiziellen US-Angaben entdeckten in der russischen Enklave Kaliningrad stationierte Einheiten den US-Jet und nahmen ihn ins Visier ihres Radars. Anschliessend liessen sie ein Jagdflugzeug aufsteigen, um die Maschine abzufangen.

Ungewöhnlicher Vorfall

Katz-und-Maus-Spiele zwischen amerikanischer und russischer Luftwaffe sind keine Seltenheit. Wer ein Spionageflugzeug entdeckt, lässt Abfangjäger aufsteigen, worauf sich die Aufklärer wieder verabschieden. In diesem Fall ist allerdings das Verhalten beider Seiten ungewöhnlich: Normalerweise verfolgen die Bodenstationen fremde Maschinen nur auf dem passiven Radar. Schalten sie allerdings eine Maschine als Ziel auf dem aktiven Radar auf, wird dieses von der angepeilten Maschine wiederum erkannt – und als unfreundlicher Akt aufgefasst.

Die Flugzeugcrew sei darüber so beunruhigt gewesen, dass sie das Gebiet so schnell wie möglich habe verlassen wollen, zitiert CNN einen nicht namentlich genannten US-Behördenvertreter. Der schnellste Weg weg von den Russen sei derjenige über Schweden gewesen. Gut möglich, dass die amerikanische Reaktion dabei auch vom Zeitpunkt des Vorfalls geprägt war: Am Tag nach dem Abschuss der Passagiermaschine über der Ukraine war die Furcht vor einer Eskalation des Konflikts womöglich gross.

Wieso die russischen Truppen das Spionageflugzeug mit ihrem Radar anpeilten, ist unklar. Stephan Persson-Tyrling, Leiter der Sektion für Luftoperationen an der schwedischen Verteidigungsakademie, vermutete gegenüber dem «Svenska Dagbladet», die Amerikaner seien den Russen wohl zu aufdringlich gewesen und die Russen hätten diese wissen lassen wollen, dass sie unwillkommen seien.

Russische Luftwaffe startet Manöver

Heute haben Russlands Luftstreitkräfte nun mit Militärübungen in der Mitte und im Westen des Landes begonnen. Luftwaffenchef Igor Klimow sagte der russischen Nachrichtenagentur Interfax zufolge, mehr als 100 Kampfflugzeuge und Hubschrauber seien beteiligt. Die Manöver sollen bis Freitag dauern. Angesichts des Konflikts in der benachbarten Ukraine könnte das Manöver als Drohgebärde Russlands gewertet werden.

AP/mw

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