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Vergewaltigung aus Angst vor Rassismusdiskussion nicht angezeigt

Die junge deutsche Politikerin Selin Gören befürchtete, mit ihrer Anzeige ungewollt den Fremdenfeinden zu nützen.

MeinungBettina Weber

In Mannheim wird eine junge Frau vergewaltigt. Von drei Männern, die arabisch aussehen und sie auf Kurdisch oder Farsi beschimpfen. Die junge Frau geht zur Polizei. Und erklärt, sie sei bestohlen worden. Von drei Männern, die Deutsch sprachen.Die Vergewaltigung erwähnt sie nicht, die Herkunft der Täter ebenfalls nicht. Denn Selin Gören befürchtet, mit ihrer Anzeige die Rassismusdiskussion rund um das Thema Flüchtlinge weiter anzuheizen. Gören ist 24-jährig, Deutsch-Türkin, Nachwuchspolitikerin und Sprecherin der deutschen Linksjugend.

Was ihr tatsächlich widerfahren ist, erzählt sie nur ihrem Freund. Er ist ausser sich, bekniet sie, sofort Anzeige wegen Vergewaltigung zu erstatten. Nicht nur wegen des Verbrechens, das schwerwiegend genug sei. Sondern auch, weil womöglich schon andere Frauen Opfer dieser Männer geworden seien. Und weil vielleicht weiteren Gefahr drohe. Selin Gören hadert, eine ganze Nacht lang, dann wird sie erneut bei der Polizei vorstellig und schildert den Tathergang so, wie er sich wirklich abgespielt hat. Fünf Monate später, Anfang Mai, wird das Verfahren eingestellt. Die Täter wurden nicht gefasst.

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