Verhandlungen zum EU-Haushalt 2020 sind vorerst geplatzt

Der Streit über den milliardenschweren EU-Haushalt für 2020 dauert an. Stundenlange Vermittlungsgespräche endeten in der Nacht zum Samstag ergebnislos.

«Der Rat und das Europäische Parlament liegen nach der heutigen Verhandlungsrunde in ihren Positionen nicht mehr weit auseinander»: Die deutsche Finanzstaatssekretärin Bettina Hagedorn zeigt sich optimistisch. Bild: epa/Olivier Hoslet

«Der Rat und das Europäische Parlament liegen nach der heutigen Verhandlungsrunde in ihren Positionen nicht mehr weit auseinander»: Die deutsche Finanzstaatssekretärin Bettina Hagedorn zeigt sich optimistisch. Bild: epa/Olivier Hoslet

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Die Gespräche um den EU-Haushalt 2020 müssen nun am Montag fortgesetzt werden, wie die finnische EU-Ratspräsidentschaft mitteilte. Sollte es dann bis Mitternacht keine Einigung geben, muss die EU-Kommission einen neuen Budgetentwurf vorlegen.

Die deutsche Finanzstaatssekretärin Bettina Hagedorn zeigte sich allerdings optimistisch, dass dies nicht notwendig sein wird. «Der Rat und das Europäische Parlament liegen nach der heutigen Verhandlungsrunde in ihren Positionen nicht mehr weit auseinander», kommentierte die SPD-Politikerin. Man sei sich grundsätzlich einig, die Ausgaben für Klimaschutz, Forschung und Entwicklung deutlich zu erhöhen und die anhaltenden Herausforderungen im Bereich der Migration anzugehen. Die verbleibenden Unterschiede schienen überbrückbar.

Die zuständige Berichterstatterin des Europaparlaments, Monika Hohlmeier, zeigte sich ebenfalls zuversichtlich. «Wir fühlen uns verpflichtet, am Montag zu liefern», sagte die CSU-Politikerin. Sie nannte die Themenbereiche Klima, Jugend und Digitalisierung als Prioritäten des Parlaments.

Auszahlungen als Streitpunkt

Streitpunkt bei den Verhandlungen ist unter anderem die Frage, wie viel Geld für Auszahlungen aus dem Haushalt eingeplant werden soll. Das EU-Parlament fordert zuletzt einen Betrag von 159,1 Milliarden Euro, während die Mitgliedstaaten nur 153,1 Milliarden Euro bewilligen wollen.

Die Mitgliedstaaten argumentieren dabei, dass sie für unvorhergesehene Ereignisse eine Reserve in Höhe von vier Milliarden Euro haben wollen. Sie könnte zum Beispiel dann gebraucht werden, wenn es doch noch einen ungeregelten Brexit geben sollte oder der Türkei mehr Geld für die Versorgung von Syrien-Flüchtlingen zur Verfügung gestellt werden muss. Das Parlament ist hingegen der Ansicht, dass eine Reserve in Höhe von 400 Millionen Euro ausreichend wäre - notfalls müsse es halt zusätzliches Geld geben.

Deutschland steuert als grösster Nettozahler der Union mehr als ein Fünftel des EU-Etats bei. Die Gelder werden unter anderem für Programme in Bereichen wie Landwirtschaft, Bildung und Forschung ausgegeben. (sda)

Erstellt: 16.11.2019, 04:13 Uhr

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