Vermummte protestieren in Wien gegen Burkaverbot

In Österreich ist das «Gesichtsverhüllungsverbot» in Kraft getreten. In Wien haben rund 100 verkleidete Aktivisten dagegen demonstriert.

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In Österreich ist es seit Sonntag Pflicht, sein Gesicht zu zeigen. Das am 1. Oktober in Kraft getretene Verhüllungsverbot betrifft verschleierte Frauen ebenso wie jene, die aus Angst vor Keimen und Smog eine Atemschutzmaske tragen. Bei Zuwiderhandlung droht eine Busse.

Mit Schwerpunktkontrollen auf dem Flughafen Wien und einigen Ermahnungen begleitete die Polizei in Österreich den ersten Tag des neuen Gesichtsverhüllungsverbots. Nach Angaben der Behörden gab es bis zum Sonntagnachmittag keinen Anlass, gesetzlich mögliche Strafen von bis zu 150 Euro auszusprechen.

Die ganz wenigen Fluggäste, die mit Atemschutzmasken auf dem Flughafen angetroffen worden seien, hätten anstandslos die Maske abgenommen, sagte ein Polizeisprecher. Auch in dem bei arabischen Touristen besonders beliebten Zell am See im Salzburgerland gab es nach einem ersten Überblick keine Probleme. Unter den in der Sommersaison Zehntausenden Gästen aus dem arabischen Raum sind Trägerinnen der nun verbotenen Burka oder des Gesichtsschleiers Nikab in der klaren Minderheit.

«Traditioneller Clownspaziergang»

Am Nachmittag haben sich vor dem Parlament in Wien rund 100 Aktivisten zu einer Protestveranstaltung zusammengefunden, wie die österreichische «Kronen Zeitung» berichet. Viele von ihnen erschienen vermummt, mit Nikab, Fasnachtsmasken oder anderen Verkleidungen.

Die Organisatoren hatten einen «traditionellen Clownspaziergang gegen das Verschleierungsverbot» angekündigt. Der Titel sei als Anspielung zu verstehen, denn das Gesetz verbiete zwar die Verhüllung der Gesichtszüge in der Öffentlichkeit, aus beruflichen oder medizinischen Gründen oder im Rahmen von traditionellen Veranstaltungen sei sie aber erlaubt. Entsprechend dem Motto trugen auch einige Teilnehmer eine Clownsnase, schreibt die «Krone Zeitung».

Ob die Polizei Strafen gegen die Demonstranten gesprochen hat, war noch nicht bekannt.

(chi/sda)

Erstellt: 01.10.2017, 19:21 Uhr

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