Vertrauen ist nicht verhandelbar

Ein Monitoring ist unerlässlich, um die Klimagelder wirksam einzusetzen.

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Die Klimakonferenz in Paris hat mit einer Erfolgs­geschichte begonnen. Absichtserklärungen von rund 180 Staaten liegen vor, was sie in den nächsten zehn bis fünfzehn Jahren gegen die Erderwärmung unternehmen wollen. Erstmals sind praktisch alle UNO-Staaten freiwillig bereit, am gleichen Strick zu ziehen, die reichen Staaten stärker als die armen. Die Ausgangslage war im Vergleich zu früheren Jahren ausgesprochen gut für erfolgreiche Verhandlungen.

Nach einer zähen Verhandlungswoche zeichnet sich ab, dass die Kooperationsbereitschaft der Entwicklungsländer keineswegs auch ein Vertrauenszeichen war. Grosse Nationen wie China und Indien sind sich zwar des massiven Anstiegs ihrer Treibhausgas-Emissionen bewusst. Und sie sind auch bereit, ihren Beitrag gegen den Klimawandel zu leisten. Als Gegenleistung fordern sie in Zukunft Hunderte Milliarden und Technologiewissen von den reichen an die armen Staaten, damit diese ihre nationalen Klimaprogramme überhaupt umsetzen können.

Mit Recht wollen die Industrieländer diese enormen Geldsummen nicht à fonds perdu zahlen. Sie wollen wissen, was mit den Finanzspritzen geschieht und wie erfolgreich sie eingesetzt werden. Ein Monitoring ist unerlässlich, um die Klimagelder wirksam einzusetzen. Von solchen Kontrollen halten Entwicklungsstaaten wiederum nichts. Es zählt allein die Einzahlung.

Die Finanzierung des Klimaschutzes ist einer der Knackpunkte in den Verhandlungen. Auf dieser Basis einen Vertrag zu schmieden, der allen gerecht wird, wird in den nächsten Tagen die grosse Herausforderung des Konferenzpräsidenten sein, des französischen Aussenministers Laurent Fabius.

Ein Erfolg wäre, wenn Ende dieser Woche ein Abkommen zustande käme, auf dem das seit Jahrzehnten fehlende Vertrauen zwischen Industriestaaten und Entwicklungsländern in den nächsten Jahren aufgebaut werden könnte. Denn die aktuellen Zugeständnisse reichen nicht aus, um einen gefährlichen Klimawandel zu verhindern. Sie müssen in Zukunft deutlich verschärft werden. Und dafür braucht es eine zuverlässige Kooperation aller UNO-Staaten.

Erstellt: 06.12.2015, 23:42 Uhr

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