Zum Hauptinhalt springen

«Vielleicht klammert sich noch jemand an einem Wrackteil fest»

Die Küstenwache von Italien und Malta sucht weiter nach Überlebenden der Flüchtlingstragödie vor Lampedusa. Doch für bis zu 250 Menschen wird wohl jede Rettung zu spät kommen.

Flüchtlingskatastrophe vor Lampedusa: Ein Überlebender wird von der italienischen Küstenwache betreut. (6. April 2011)
Flüchtlingskatastrophe vor Lampedusa: Ein Überlebender wird von der italienischen Küstenwache betreut. (6. April 2011)
Reuters

Wie das Hafenamt der italienischen Mittelmeerinsel Lampedusa bestätigt, stieg die Zahl der Geretteten inzwischen auf 53. Die Hoffnung, weitere Überlebende bergen zu können, sei hingegen gering. «Aber man darf nichts unversucht lassen», erklärte der Kommandant der Küstenwache, Pietro Carosia: «Unsere Hoffnung ist es, vielleicht noch jemand zu finden, der sich an einem Wrackteil festklammern konnte».

Die Behörden befürchten, dass beim Kentern eines libyschen Flüchtlingsschiffes in der Nacht zum Mittwoch zwischen Malta und Lampedusa bis zu 250 Menschen ertrunken sind. Der nur 13 Meter lange Kahn war nach zwei- bis dreitägiger Seereise völlig überladen in einen schweren Sturm geraten.

Aus Libyen fliehen immer mehr Menschen

Die Geretteten wurden nach Lampedusa gebracht und dort versorgt. Sie sollten heute in ein Auffanglager in Italien verlegt werden. Die Opfer stammten aus Eritrea, Somalia, der Elfenbeinküste und weiteren afrikanischen Ländern, berichtete das UNO- Flüchtlingshochkommissariat UNHCR.

Seit Beginn der Unruhen in Nordafrika erreichten nach Angaben des italienischen Innenministeriums mehr als 22'000 vorwiegend tunesische Flüchtlinge die Insel. Auch aus Libyen fliehen immer mehr Menschen in Richtung Italien.

Der italienische Innenminister Roberto Maroni hatte am Dienstag in Tunis mit der dortigen Regierung eine stärkere Kontrolle der tunesischen Küste vereinbart. Die Übereinkunft sollte am Donnerstag im Parlament in Rom präsentiert werden.

SDA/bru

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch