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Vor 29 Jahren kippte Chemnitz das System – heute tut es das wieder

Heute macht Chemnitz Schlagzeilen, weil die AfD und alles, was noch rechter ist, wöchentlich durch die Strassen marschiert. Die Wunden der Wende.

Hier hat sich die Wut vieler Chemnitzer entladen: Trauermarsch vom 1. Septem­ber 2018 nach dem Tod des Deutschkubaners Da­niel H. Foto: Reuters
Hier hat sich die Wut vieler Chemnitzer entladen: Trauermarsch vom 1. Septem­ber 2018 nach dem Tod des Deutschkubaners Da­niel H. Foto: Reuters

Als der DDR-Grenzschützer Tilo Koch aus Karl-Marx-Stadt im Herbst des Jahres 1989 taub vor Angst in einem Nebengebäude des Brandenburger Tors lag, war schon nichts mehr zu retten. Bettina Sauer sass an einer Strickmaschine des VEB Polar und strickte die letzten Chargen Socken für die Russen, während Corina Jistel im Spital in den Wehen lag, und weder Wolfgang Becker, Betriebsleiter im Kombinat Fritz Heckert, noch Winfried Wenzel, der noch immer auf sein Telefon wartete, ahnten, dass die Blüte der Industriestadt Chemnitz, ihr Land und ihr bisheriges Leben nun bald ausgelöscht sein würden.

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