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Wahlsieg der Ex-Rebellenführer in Kosovo

Die radikalen Parteien haben die vorgezogene Parlamentswahl in Kosovo für sich entschieden. Eine Verschärfung der Krise in der Region wird befürchtet.

Feiern den Wahlsieg: Ramush Haradinaj, ehemaliger Rebellenführer der UÇK und Premierkandidat des PAN-Bündnisses, mit PDK-Chef Kadri Veseli in Pristina am 12. Juni 2017.
Feiern den Wahlsieg: Ramush Haradinaj, ehemaliger Rebellenführer der UÇK und Premierkandidat des PAN-Bündnisses, mit PDK-Chef Kadri Veseli in Pristina am 12. Juni 2017.
Armend Nimani, AFP

Die vorgezogene Parlamentswahl in Kosovo, das fast nur noch von Albanern bewohnt wird, haben radikale Parteien für sich entschieden. Das berichtete die staatliche Wahlkommission nach Auszählung von 91 Prozent der Stimmen.

Das Bündnis von drei ehemaligen Rebellenführern im Bürgerkrieg Ende der 1990er-Jahre (PDK, AAK, Nisma) erreichte danach mit 34,7 Prozent den ersten Platz. Die nationalistische Vetevendosje (Selbstbestimmung) kam mit 26,8 Prozent auf den zweiten, die konservative LDK des bisherigen Regierungschefs Isa Mustafa mit 25,8 Prozent auf den dritten Platz.

Zerstrittene Regierung

Die Serbische Liste als Vertretung der serbischen Minderheit schaffte 5,6 Prozent. Die Wahl stiess wie vor drei Jahren auf sehr geringes Interesse. Nur 41,5 Prozent der über 1,8 Millionen Wahlberechtigten gaben ihre Stimme ab – ein historischer Negativrekord.

Die Regierungsbildung dürfte schwierig werden. Die zweitplatzierte Vetevendosje lehnt eine Koalition mit dem Wahlsieger ab, weil sie dessen Spitzenpolitiker für tief korrupt und kriminell hält und sie hinter Gittern sehen will. Die LDK auf dem dritten Platz dürfte eine neue Regierung mit dem Dreierbündnis scheuen, weil die PDK gerade die Koalition mit der LDK aufgelöst und damit die Neuwahl herbeigeführt hatte.

Der Wahlsieg der Extremisten könnte die ohnehin zahlreichen nationalen Konflikte in der Region noch verschärfen. Die Wahlsieger wollen gegenüber dem Nachbarland Serbien viel härter auftreten. Kosovo ist seit 2008 von Serbien unabhängig und inzwischen von mehr als 110 Staaten anerkannt worden. Belgrad will seine frühere Provinz aber wieder zurückhaben.

SDA/sep

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