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Warnung vor iranischer Atombombe

Medwedew nimmt kein Blatt vor den Mund und kritisiert das Verhalten des Iran bezüglich des Atomprogramms.

Findet Sanktionen gegen den Iran grundsätzlich sinnvoll: Russlands Präsident Dmitri Medwedew.
Findet Sanktionen gegen den Iran grundsätzlich sinnvoll: Russlands Präsident Dmitri Medwedew.
Keystone

Mit ungewöhnlich deutlichen Worten hat Russland vor dem Bau einer Atombombe durch den Iran gewarnt. Die iranische Regierung nähere sich dem «Potenzial», das die Herstellung von Atomwaffen erlaube, sagte der russische Präsident Dmitri Medwedew am Montag in Moskau der Nachrichtenagentur Interfax zufolge. Er bedauerte es, dass diese Möglichkeit an sich noch kein Verstoss gegen den Atomwaffensperrvertrag sei.

Die Führung in Teheran steht im Verdacht, unter dem Deckmantel eines zivilen Atomprogramms nach Nuklearwaffen zu streben. Trotz seiner starken wirtschaftlichen Interessen im Iran hatte Moskau im Juni im UN-Sicherheitsrat verschärften Sanktionen gegen den Iran zugestimmt. Grund war die Weigerung Teherans, seine Uran-Anreicherung zu stoppen.

Russland ruft Iran zur Kooperation auf

«Die iranische Seite zeigt in ihrem Verhalten nicht die besten Manieren», sagte Medwedew bei einem Treffen mit Russlands Botschaftern. Sanktionen seien grundsätzlich sinnvoll. «Sie sind ein Signal, um den Verhandlungsprozess anzuregen.» Nun sei «Geduld notwendig und eine schnelle Wiederaufnahme des Dialogs mit Teheran». Wenn die Diplomatie diese Chance verpasse, bedeute dies «ein kollektives Scheitern», sagte der Präsident. Russland rufe den Iran «systematisch» auf, Offenheit zu zeigen und mit der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) zu kooperieren.

Iran weist seit Jahren eine Einmischung in sein Atomprogramm zurück. Die Regierung in Teheran hatte vergangene Woche angekündigt, dass sie im September unter Bedingungen den Dialog mit der Sechser-Gruppe aus den fünf ständigen Mitgliedern des UN-Sicherheitsrats und Deutschland wiederaufnehmen wolle.

(SDA)

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