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Wehrmachtsoffizier vor Gericht

Josef S., ehemaliger Leutnant der Gebirgspioniere, wird des Mordes in 14 Fällen beschuldigt. Er bestreitet die Vorwürfe.

In München hat einer der wohl letzten Prozesse um Kriegsverbrechen der deutschen Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg begonnen. Der angeklagte frühere Leutnant bestritt jegliche Schuld an einem Massaker in der Toskana.

Der ehemalige Kompanieführer des Gebirgspionier-Bataillons 818 wird des Mordes in 14 Fällen beschuldigt. Der heute 90-Jährige soll im Juni 1944 ein Massaker nahe Falzano di Cortona in Italien befohlen haben, nachdem zwei Soldaten des Bataillons in einem Partisanen-Hinterhalt erschossen worden waren.

Eine solche Tat «wäre mit Sicherheit durch die Gerichtsbarkeit der Deutschen Wehrmacht verfolgt und geahndet worden», sagte sein Verteidiger Christian Stünkel am Montag unter dem Hohngelächter von Zuhörern im voll besetzten Saal.

Der Angeklagte bestreite jede Kenntnis von dem «Vorfall». Er sei gar nicht am Tatort gewesen, sondern habe im fraglichen Zeitraum die Instandsetzung einer gesprengten Brücke geleitet, sagte Stünkel weiter.

Die Staatsanwaltschaft könne keinen Augen- oder Ohrenzeugen für die Anwesenheit des Angeklagten am Tatort und für seinen Befehl zu dem Massaker benennen, rügte der Anwalt. Im Übrigen bezweifle er die Verhandlungsfähigkeit des Greises und behalte sich einen Antrag auf Einstellung des Verfahrens vor.

Der Rentner war bereits im September 2006 von einem italienischen Gericht in Abwesenheit zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Die Münchner Staatsanwalt klagte ihn danach wegen grausamen Mordes aus niedrigen Beweggründen an. Die Verhandlung vor dem Schwurgericht ist zunächst auf elf Tage bis 21. Oktober angesetzt.

SDA/se

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