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Wer kauft Frankreich die Kriegsschiffe ab?

Nachdem der Vertrag zwischen Frankreich und Russland nicht zustande gekommen ist, sucht Paris einen Abnehmer für die Mistral-Schiffe. Besonders zwei Länder kommen in Frage.

Ist wieder zu haben: Der Helikopterträger Wladiwostok in Saint Nazaire. (9. Mai 2014).
Ist wieder zu haben: Der Helikopterträger Wladiwostok in Saint Nazaire. (9. Mai 2014).
Jean-Sebastien Evrard, AFP
Die Wladiwostok ist 21'500 Tonnen schwer und bietet Platz für 450 Soldaten plus 177 Matrosen Besatzung.
Die Wladiwostok ist 21'500 Tonnen schwer und bietet Platz für 450 Soldaten plus 177 Matrosen Besatzung.
Frank Perry, AFP
Gebaut wurden die Wladiwostok und ihr Schwesterschiff Sewastopol von STX France in Saint-Nazaire im Südwesten Frankreichs.
Gebaut wurden die Wladiwostok und ihr Schwesterschiff Sewastopol von STX France in Saint-Nazaire im Südwesten Frankreichs.
Franck Dubray, Keystone
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Nach dem Stopp der Lieferung zweier Mistral-Kriegsschiffe an Russland rechnet die französische Regierung mit einem problemlosen Verkauf der Hubschrauberträger. Frankreich werde für die Schiffe «ohne Schwierigkeiten» neue Käufer finden, sagte Staatschef François Hollande am Donnerstag bei einem Ägypten-Besuch. Laut Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian bekundeten «zahlreiche» Länder Interesse.

Frankreich und Russland hatten sich am Mittwoch auf die Auflösung des Kaufvertrages geeinigt. Hollande und Le Drian erklärten, die von Frankreich zugesicherte Zahlung an Moskau liege unter dem ursprünglichen Kaufpreis von 1,2 Milliarden Euro. Russland hatte einen Teil der Summe bereits an Frankreich gezahlt. Nach der am Mittwoch verkündeten Einigung erstattet Paris an Moskau alle geleisteten Vorauszahlungen zurück.

Nato-Verbündete als Kunden

Er habe in der Angelegenheit mehrfach mit seinem russischen Kollegen Wladimir Putin gesprochen, sagte Hollande, der sich am Donnerstag zur Eröffnung des «Neue Suezkanals» in Ägypten aufhielt. «Es ist ein gutes Abkommen erzielt worden.» Wie sein Verteidigungsminister verwies der französische Präsident auf das grosse Interesse mehrerer Länder an den Kriegsschiffen. Genauere Angaben zu den möglichen Abnehmern machten beide Politiker nicht.

Auf ein «Mistral»-Schiff passen 16 Kampfhubschrauber, 700 Soldaten und bis zu 50 gepanzerte Fahrzeuge. Ben Moores, Analyst der auf Verteidigungsfragen spezialisierten Londoner Firma IHS Jane's, sagte der Nachrichtenagentur AP, mögliche Kunden für solche Schiffe könnten im Kreise der Nato-Verbündeten die Türkei und Kanada, sowie Indien, Australien und Singapur sein.

Einen baldigen Bedarf gebe es allerdings nur bei Indien und der Türkei. Viele der als Kunden in Frage kommenden Länder bräuchten bis 2022 keine Lieferung. Der Verkauf der beiden Schiffe an Russland wäre der grösste Waffendeal eines Nato-Landes mit den Russen gewesen.

SDA/dia

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