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Wie die EU die gesunden Euro-Länder schützen will

Die stärksten EU-Staaten sollen wegen der Finanzkrise nach einem Plan der Brüsseler EU-Kommission enger zusammenrücken. Ein kerneuropäischer Anleihenmarkt soll zum «Fels in der Brandung» werden.

Will die wirtschaftlich potenten EU-Staaten vor den schwächeren schützen: Viviane Reding, Vize-Chefin der EU-Kommission.
Will die wirtschaftlich potenten EU-Staaten vor den schwächeren schützen: Viviane Reding, Vize-Chefin der EU-Kommission.
Keystone

Beteiligen sollten sich zunächst nur jene sechs Staaten, die nach dem Urteil der Ratingagenturen die höchste Bewertung haben, sagte die Vizechefin der EU-Kommission, Viviane Reding, der «Hannoverschen Allgemeinen Zeitung». Dabei gehe es um die sogenannten Triple-A-Staaten Deutschland, Frankreich, Luxemburg, Österreich, die Niederlande und Finnland.

«Das wäre ein grosser kerneuropäischer Anleihenmarkt», sagte Reding. Dies werde auf die Finanzmärkte wirken wie ein «Fels in der Brandung». Anders als die generelle Einführung von Eurobonds in der EU erfordere ein solches Bündnis der AAA-Staaten keine Änderung der EU-Verträge.

«Griechenland muss auch bei Pleite in Euro-Zone bleiben»

Unions-Fraktionsvize Michael Meister hat sich derweil auch im Pleitefall für den Verbleib Griechenlands in der Euro-Zone ausgesprochen. «Eine geordnete Insolvenz bedeutet, dass der betreffende Euro-Staat weiterhin Mitglied der Euro-Gruppe bleibt und seine Zusagen strikt einhalten muss», schrieb der CDU-Politiker in einem Beitrag für die «Süddeutsche Zeitung».

Es gebe zum einen keinen Automatismus, der zu einem Austritt des Landes aus der Euro-Zone führen würde. Genauso wenig müsse ein Austritt eine geordnete Insolvenz zur Folge haben. Wer glaube, dass ein Austritt des Landes werde alle Schwierigkeiten erledigen, irre gewaltig. Im Gegenteil, die neue Währung erfahre mit einem Schlag eine sehr heftige Abwertung, obwohl gleichzeitig die alten Schulden weiterhin in Euro nominiert blieben.

dapd/pbe

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