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Wikileaks-Gründer Assange soll ecuadorianische Botschaft verlassen

Julian Assange soll offenbar bald sein vor sechs Jahren selbst gewähltes Exil verlassen. Ob er danach in Freiheit leben kann, ist ungewiss.

Jahrelang in der ecuadorianischen Botschaft in London gefangen: Julian Assange. (19. Mai 2017)
Jahrelang in der ecuadorianischen Botschaft in London gefangen: Julian Assange. (19. Mai 2017)
AP Photo/Frank Augstein, Keystone
Auf die Ausweisnummer folgt die Nachricht, dass er die Staatsbürgerschaft Ecuadors erhalten habe.
Auf die Ausweisnummer folgt die Nachricht, dass er die Staatsbürgerschaft Ecuadors erhalten habe.
AP Photo/Matt Dunham, Keystone
Zuvor hatte sich nur die Botschaftskatze ans Fenster getraut.
Zuvor hatte sich nur die Botschaftskatze ans Fenster getraut.
Keystone
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Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg soll Wikileaks-Gründer Julian Assange sein selbst gewähltes Exil in der ecuadorianischen Botschaft in London bald verlassen. Die Agentur beruft sich auf das Umfeld des heute 47-Jährigen.

Den Angaben zufolge soll sich Assanges Gesundheitszustand verschlechtert haben. Der Australier suchte 2012 in London Schutz vor einer Strafverfolgung wegen angeblicher Vergewaltigung einer Schwedin.

Angst vor Auslieferung in die USA

Assange hatte stets erklärt, er befürchte am Ende eine Auslieferung in die USA, wenn er die Botschaft verlassen sollte. Washington macht ihn für die Veröffentlichung brisanter US-Dokumente aus den Kriegen in Afghanistan und im Irak über die Wikileaks-Plattform verantwortlich.

Im vergangenen US-Präsidentschaftswahlkampf veröffentlichte Wikileaks aber auch von mutmasslich russischen Hackern gestohlene E-Mails der Demokratischen Partei und schadete damit der am Ende gegen Donald Trump unterlegenen Kandidatin Hillary Clinton.

US-Justizminister Jeff Sessions bekräftigte unlängst Vorwürfe gegen Assange. Dennoch ist unklar, ob die USA eine Auslieferung des Wikileaks-Gründers fordern würden – und wie die Erfolgsaussichten in diesem Fall überhaupt stünden. Medien haben sich in den USA grosse Freiheiten beim Veröffentlichen auch geheimer Dokumente erkämpft.

Internetzugang abgestellt

Auch zwischen Assange und den Behörden Ecuadors gab es bereits Spannungen. So verlor er den Zugang zum Internet, nachdem er die spanische Regierung im Streit mit der Provinz Katalonien kritisiert und damit gegen die Forderung seiner Gastgeber verstossen hatte, sich mit politischen Botschaften zurückzuhalten.

Und vergangene Woche war bekannt geworden, dass Ecuadors Präsident Lenin Moreno Assange in nächster Zeit das Asyl entziehen und eine Vereinbarung mit Grossbritannien aushandeln wolle, um ihn den britischen Behörden zu übergeben.

Assange hatte auch schon angekündigt, sein Exil aufzugeben und freiwillig in die USA zu gehen, falls Whistleblowerin Chelsea Manning freikomme. Sie gilt als eine Quelle für einige der bekanntesten frühen Wikileaks-Enthüllungen. Als Manning nach der vorherigen Begnadigung durch US-Präsident Barack Obama im Mai vergangenen Jahres das Gefängnis verliess, feierte der Wikileaks-Gründer dies zwar als Sieg, liess seiner Ankündigung aber keine Taten folgen.

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